it einem oder auch mehreren fröhlichen "words" begrüßt euch heute Talib Kweli beim Musikvideo-Check für den Monat September. Währenddessen hecken Voxtrot eine Romanze aus und The Arcade Fire katapultieren das Musikvideo endgültig ins WWW. Beim Sichten dieser Clips begegnet sind mir aber auch einige Verknüpfungen zwischen Lyrics und Bildinhalt, die ich nicht unterschlagen möchte.
Talib Kweli - “Hot Thing / In The Mood”
(Video bei YouTube anschauen (http://www.youtube.com/watch?v=UUPCBmcpNzk))
Der New Yorker Rapper Talib Kweli ist diesmal mit einem Doppel-Clip dabei, der ganz schön trickreich aussieht. Talib wirbelt eine Dame nach der anderen im Postkartenformat durchs Bild, schmilzt Eis, friert die Kamera ein, sorgt für Candlelight-Stimmung und malt Neonherzen in die Luft - das alles ohne Schnitt und lässig im Rhythmus tanzend. Eine witzige und sehr gut umgesetzte Idee vor allem zur Verbildlichung von Lyrics, die aber auch noch einen anderen Vorteil hat: Da der Bildausschnitt bei Talibs Hals beginnt und da endet, wo wohl ungefähr seine Schambehaarung beginnen müsste, sieht man sein Gesicht nicht! Ich hab nun nichts gegen dem Talib seine Visage, sondern diese Idee beweist für mich echte Cleverness. Wo sonst Rapper zuerst ihre Fressen in die Kamera halten, schlägt der Regisseur für “Hot Thing” gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Dadurch, dass das Hauptmotiv Kwelis Hände sind, verweist er ganz deutlich auf die Handwerkskunst Rap. Nicht gesehen werden ist das oberste Credo, sondern ordentlich an den Zeilen zu feilen! Außerdem ist diese Bildeinstellung so ungewöhnlich - man sieht eine Person im konventionellen Kino, Clip, Werbung, whatever eigentlich nie, nie, nie ohne Kopf. Konventionen darf eben brechen, wer sie unnötig macht. Und zumindest Talibs Mundwerk dürfen wir ja im angeknüpften “In The Mood” noch ausgiebig genug bewundern.
The Arcarde Fire - “Neon Bible”
(Interaktiven Clip bei Beonlineb.com spielen (http://beonlineb.com/click_around.html))
Eine außergewöhnliche Idee wollten auch The Arcade Fire umsetzen und haben ein interaktives Video geschaffen. Diese Gattung des Promowerkzeugs steckt noch sehr in den Kinderschuhen, aber mir ist vorher noch keine Version untergekommen, die so ansprechend gemacht wurde wie “Neon Bible”. Im Prinzip könnt ihr Sänger Win Butler auf die Hände klicken, auch aufs Gesicht und das wars dann schon, aber die allgemeine Ästhetik, die der Clip dabei ausstrahlt ist aller Ehren wert. Genau wie bei Talib rücken auch hier die Hände in den Blickpunkt: Butler hält dort etwas versteckt, verteilt damit Karten, etc. Übrigens lauert in Butlers Augen immer die aktuelle Textzeile des Liedes. Solche Dinger werden wir in Zukunft sicher noch öfter sehen - ob MTViva das Video gespielt wohl hätte...?
Voxtrot - “Firecracker”
(Video bei YouTube anschauen (http://www.youtube.com/watch?v=-0ZBGxyNXQ4))
Ein Video, das ebenfalls gut aussieht, aber eigentlich gar keinen richtigen Sinn ergibt, hat Martin Wallace für Voxtrot gedreht. Nun, besser gesagt, es hat gar keine richtige Handlung, kein wirkliches Ereignis, an dem man sich festhalten könnte. Mir ist es recht, das verbindet Video und Songtext nämlich noch umso mehr und macht eigentlich das gleiche, was die beiden oben genannten Clips auch schon geleistet haben: Es knüpft an die Lyrics an - nur eben auf einer abstrakteren Ebene. Liebe und damit verbundene Emotionen sind da wohl so ungefähr der gemeinsame Nenner von Bild und Ton, aber prüft das lieber noch mal nach: ”Kick the wall smash the lights, ricochets burning up / Firecracker / Firecracker / I will not complain at all / I will never be tricked by you”. Die Band wird grandios in Szene gesetzt: Einfach, aber sehr effektvoll ist es, unscharfe Wassertropfen auf einer Scheibe vor dem spielenden Ensemble zu bewegen. Diese Einstellungen dann noch mal mit regenbogenbunter Wäsche in einer Trommel waschen und fertig ist die Laube!









