http://magagin.de/checks/179
Mixtape Check 12/07
V
Mixtape Check 12/07

on Süddeutschland nach Atlanta, von Ostdeutschland nach NY und von NY nach Detroit geht dieser Mixtape Check.

MR. E of RPS & Caz Clay – „Hood Report Vol. 2“


In der unüberschaubaren Mixtape-Landschaft gibt es auch einige Deutsche Crews und DJs die sich auch international einen Ruf gemacht haben. Dazu gehört auch die RPS Fam aus dem Süden Deutschlands. Ihr größter Erfolg bisher war das „Diplomatic Affairs“-Tape mit dem englischen Dipset-Ableger S.A.S.. Aktuell in den Läden ist der zweite Teil der „Hood Report“-Reihe mit ATL-Newcomer Caz Clay als Host. Das Augenmerk liegt zu gleichen Teilen auf dem dreckigen Süden wie NY. Dabei mixt sich Mr. E durch 41 Anspieltitel mit brandneuen Tracks und nimmt auf dem Weg Knaller von Unk und Three 6 Mafia bis Papoose und Red Cafe mit. Was neben dem gelungen fließenden Mix auffällt ist die für ein Mixtape ungewöhnliche Soundqualität. Hier wurden wohl ein paar wichtige Euros in ein vernünftiges Mastering investiert. So macht das Spaß.
Auch wenn die Farbkombi auf dem Cover Epilepsie auslösen könnte: Gutes Tape!


DJ Ron, DJ Shusta & Red Cafe – „The Shakedown Part 2 ...What Else!?“


From Chemnitz to Brooklyn heißt es mal wieder auf „The Shakedown Part 2 ...What Else?!“, dem zweiten Mixtape der Phlatliner mit Red Cafe aus Brooklyn. Neben dem ganzen aktuellen Zeug von Red Cafe, Freestyles, Remixes und unveröffentlichten Tracks gibt es auch Einblicke in sein aktuelles Album mit DJ Envy „The Co-Op“ (Koch Records).
Nach einem mächtigen „BK Freestyle“ geht es mit dem prominent besetzten „Dolla Bill Remix“ weiter auf dem sich Sean Kingston, JD, Juelz Santana und Busta Rhymes die Klinke in die Hand geben. Dagegen sieht der „Like This Remix“ mit Mims und Sean Kingston ein bisschen blass aus, kann sich aber trotzdem sehen lassen.
Stärke beweist der „Arm & Hammer Man“ aber auch alleine. Besonders gut passt sein recht ungeschliffener Rap-Style über die etwas souligeren Beats. „Playin’ Wit It“ oder „Murderer“, die erste Single von „The Co-Op“, sind solche gelungenen Mixturen. Aber auch die rougheren Nummern funktionieren. Das beweist er mit zwei wirklichen Rap-Größen und Busta Rhymes-Sample z.B. auf „Buck Buck“ mit Kool G Rap und Sheek Louch.
DJ Ron & DJ Shusta halten sich bei diesem Artist-Tape folgerichtig im Hintergrund, machen ihren Job aber gewohnt souverän. Red Cafe ist nach wie vor ein ewiges Talent, das mit seinem kommenden Solo-Album „The Shakedown“ endlich mal beweisen sollte, das es ganz oben mitspielen kann!
Snippet, Cover und Tracklist findet ihr hier. (http://www.djron.net/archive/dj-ron-dj-shusta-red-cafe-the-shakedown-pt-2/)

Mick Boogie – „Dillagence“


J Dilla – schmerzlich vermisst von allen, die in guter Rap-Musik mehr sahen, als den schnellen Hit mit passendem Club-Tanz und einen roughen aber knallenden Beat einer catchy Synthie-Melodie vorzogen. Zu diesen immer seltener werdenden Zeitgenossen gehört zum Glück auch Busta Rhymes. Der hat jetzt mal alle seine Speichermedien durchforstet und dabei – sage und schreibe – 15 Songs und Songskizzen über Beats des Meisters zu Tage gefördert. Viele der Dinger sind im Kellerstudio von J Dilla entstanden, wie Busta auf dem Tape erklärt. Die Soundqualität ist dementsprechende nicht immer erste Sahne, aber den geneigten Dilla-Liebhaber wird das nun am allerwenigsten stören. Ich will gar keine Highlights erwähnen. Das Ding hier ist ein Stück Geschichte. Einer der größten Rapper trifft auf einen der größten Producer aller Zeiten. Man hätte sich viele dieser Dinger auf Bustas letzten Alben gewünscht. Mit dieser einmaligen Zusammenstellung aber hat das Mixtape einen Platz in meinem iPod für lange Zeit geblockt.
Das Tape gibt es zum freien Download auf mickboogie.com (http://www.mickboogie.com).

M. Schmutzer