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techno check 06/2006
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techno check 06/2006

ie neue Rubrik ist da! Brandheiße Clubburner aus den Bereichen IDM, (Minimal) Techno, Drum’n’Bass und Co. Ab sofort jeden Monat! Diesmal dabei: Apparat, Exrawelt, Trentemøller und Goldfish und der Dulz.

Los geht’s mit meinem Liebling Sascha Ring aka Apparat, der seine neueste EP beim großen T.Raumschmiere-Label Shitkatapult releaset. Außerdem steht er bei der Shitparade, dem fetten Anti-Loveparade-Festival von Shitkatapult Anfang Juli auch auf der Bühne. Die EP bietet Aufnahmen von Liveperformances des Ausnahmekünstlers in drei verschiedenen Städten: Berlin, Montreal, Tel Aviv. Man sieht: Der Junge bouncet durch die ganze Welt.
Nachdem Apparat in seinen früheren Werken wesentlich melancholischere Töne angeschlagen hat, haut er mit dieser EP auf jeden Fall 3 Songs raus, die die Clubs richtig kochen lassen können.
Rund 7 Minuten dauert „Berlin“. In einer kunstvollen Weise baut sich aus zunächst ruckeligen Beats ein zauberhafter Song auf, der kontinuierlich an Energie gewinnt. Die warmen Melodien umranken dabei immer mehr das rhythmische Gerüst. In „Montreal“ finden sich nicht zufällig einige Popelemente. Gianna Nanninis Oper „Pia“ wurde hier ein wenig geplündert und so präsentiert uns Apparat einen wunderbaren Track, der zwischen Träumerei und Ekstase schwankt. Großartig!
Bei „Tel Aviv“ muss zwar erstmal an Goa denken und tatsächlich, der Track ist zumindest der straighteste auf der EP. Fast schon psychedelisch wird man von dem montonen Beat gefangen genommen.

Weiter geht’s mit Arne Schaffhausen und Wayan Raabe, die sich „Extrawelt“ nennen und ihre EP „Fernweh / Drehfehler“ bei Kompass Musik rausbringen. „Fernweh“ wurde unter Mithilfe von Marcus C. Maichel produziert und der Track ist ein absoluter Hammer. Ein schöner weicher Bass wummert leichtfüßig, hinzu kommen noch wohl dosierte Midis, wie etwa verzerrtes Piano, sodass auf dem Höhepunkt ein durchaus tranciger Track zum abfeiern steht. Man zeigt sich beeindruckt. In Drehfehler geht’s wesentlich technoider zu. Wie in einem Frühjahrsregen tröpfeln hallbeladene Töne in den weiten Raum, den sonst weitestgehend nur ein minimalistischer Beat füllt. Nach fünf Minuten kommt noch ein Break und stimmt mit pathetischen Tunes ein Interlude an, das sich aber dann zurück zur Anfangsmelodie transformiert, mit der dann der Track auch endet. Durchaus gelungen!

Auch wenn sie nicht mehr ganz taufrisch ist, geht’s jetzt um die neueste EP von Trentemøller, der seine „nam nam“ bei Poker Flat Recordings releaset. Der fetteste Track ist auf jeden Fall Nr. 3 mit dem Titel „Vamp“ in einem Vinyl-Edit. Das Schöne dabei ist: Der Track ist ein Ausblick zum demnächst

erscheinenden Album des Dänen! Krass – wer es sich leisten kann solche Tracks auf schäbige 12" als Preview zu packen, der muss ja einiges an Goldstücken in petto haben. Knatschig trottet der Track vor sich hin. Der Bass klingt sehr nach organischem Kontrabass, was die Sache sehr groovig macht – voll geil! Ab und an werden kleine E-Gitarrennoten eingestreut oder anderer Synthiekram, was dem ganzen schon beinah eine avantgardistische Note gibt.
„nam nam“ der Titeltrack des schnuffeligen Scheibchens ist nicht so ganz mein Geschmack. Vielleicht hat er hier zuviel auf einmal gewollt. Die Instrumentierung über den Beat ist recht wechselhaft und ist nicht so der Clubhit. Er geht nicht genug nach vorne, ist aber auch zu uninteressant fürs Sofa.
„Killer Kat“ hat da schon ein bisschen mehr zu bieten. Es gibt auch mehr Bass, ist verspielter und sehr munter.

Zum Schluss noch eine richtige Perle. Goldfish und der Dulz sind zwei Bremer Jungs, die die Namen Jörg Fisher & Maurice Dulz tragen und damit wäre dann auch der Künstlername erklärt. Ihre neue EP bedarf allerdings keiner Erklärung – die ist einfach nur fett. Ziemlich schnell entwickelt sich beim Titeltrack „Uhu“ aus dem HiHat-lastigen Beat ein fröhlich vor sich hinhüpfendes Stückchen gute Laune. Es erinnert mich an die großartigen Xploding Plastix. Wenn dann die Bassline hinzukommt, nimmt das nicht im Geringsten die Fröhlichkeit aus dem Track, sondern peitscht sie vielmehr noch ins Ekstatische.
„Elkino“ ist da schon etwas weniger Partybanger, aber überzeugt durchaus auch. Der Song ist etwas melancholischer und bescheidener. Mit weniger reißerischen Mitteln werden hier filigran und abwechslungsreich über die hüpfende Bassline immer wieder andere Sounds gelegt. Dennoch halte ich den Track mit seinen siebeneinhalb Minuten für etwas überdimensioniert. In „Meet the Monsters” haben wir es mit schönem, minimalistischem Techno zu tun. Der Track wartet mit interessanten Melodien auf, die so zeitvergessend sind, dass man sich fast schon bei Postrockern wie Sigur Rós glaubt. „Teenage Confusion“ ist dann noch ein bounciger Song zum Abschluss. Mit vollen Händen, werden ab und an mal dicke Phaser reingeworfen und man kann bei Staccatobass gar nicht anders als frenetisch vor sich hin zu grooven.

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Apparat - Berlin / Montreal / Tel Aviv
Label: Shitkatapult (http://www.shitkatapult.com)
01. Berlin
02. Montreal
03. Tel Aviv

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Extrawelt - Fernweh / Drehfehler
Label: Kompass (http://www.kompassmusik.de)
01. Fernweh
02. Drehfehler

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Trentemøller - Nam Nam EP
Label: Poker Flat Recordings (http://www.pokerflat-recordings.com)
01. Nam Nam
02. Vamp (Vinyl Edit)
03. Killer Kat

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Goldfish Und Der Dulz – Uhu
Label: Boxer Recordings (http://www.boxer-recordings.com)
01. Uhu
02. Elkino
03. Meet the Monsters
04. Teenage Confusion

Zu kaufen bei www.kompakt-net.com (http://www.kompakt-net.com)

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Zu Kaufen gibt’s die Musik, wenn nicht anders angegeben bei den jeweiligen Labels selbst.

S. Krutzinna