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Newcomer Check 05/2008
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Newcomer Check 05/2008

er Newcomer Check geht in die zweite Runde. Dieses Mal stellen wir euch einen Göttinger Nachwuchsrapper vor, der sich wenig um aktuelle Poser-Trends kümmert. Außerdem dabei: Die vielleicht nächste große Nummer im Folk-Rock. Krasser Gegensatz, wa?

Caho – Das Wesentliche

von Max Schmutzer
Caho ist ein junger Rapper aus dem Studentenstädtchen Göttingen. Dass er nicht so der Typ für Smack-DVD-Reime und Down-South-Beats ist, wird schon beim ersten Anspielpunkt klar. Wer Flowin’Immo sein Intro sprechen lässt, dem sind aktuelle Trends und Strömungen offensichtlich völlig scheißegal. So ist’s dann auch: Die Beats (Nice & Crakk, Loki Beatz, Konecho, Dr. Diamond) sind eher smooth und klassisch zeitlos, Filmsamples stimmen auf die Tracks ein und Caho setzt bei seinen Lyrics eher auf den Inhalt als auf schnelle Effekthascherei. Das ist teilweise ein bisschen schwer verdaulich und viele Tracks muss man auch 2-3 mal durchlaufen lassen bis man endgültig raus hat, worüber der Junge rappt – aber so darf es ruhig sein. Dass er auch anders kann, beweist er z.B. mit Gemini auf dem Battle-Track „Grün“, oder der souligen ChillOut-Nummer „Happy Peace“. Trotzdem: „Das Wesentliche“ ist ein Album, bei dem ein Newcomer nicht nach schnellem Ruhm schielt, sondern etwas vermitteln will. Das ist löblich und über große Teile auch gelungen. Keine leichte Kost, eher was zum nachdenken!
Infos: myspace.com/endlichzuhause (http://www.myspace.com/endlichzuhause)

Nachtgeschrei – Hoffnungsschimmer

von Steffen Krutzinna
Die 7-köpfige Band Nachtgeschrei aus Frankfurt hat sich bereits hervorragend in der Mittelalter-Rock-Szene etabliert. Davon zeugen Konzerte mit fast allen Größen des Genres von Subway to Sally über Fiddler’s Green bis zu den Apokalyptischen Reitern. Obwohl „Hoffnungsschimmer” das Debütalbum der Band ist, sind die Musiker alles andere als unerfahren. So haben alle Mitglieder bereits fundierte Erfahrungen im Studiobereich oder aus vorherigen Metal- und Folk-Bands. Die unterschiedlichen Erfahrungen kommen dem Album auch mächtig zu gute. Den Metallern der Band ist sicherlich der meist deutliche Drang nach vorne und der überzeugend dichte Sound zu verdanken, zumal Tinwhistles und Akustikgitarren ja schon auch manchmal etwas dünn wirken können. Auch die Jungs mit den folkigen Instrumenten machen ihren Job hervorragend, da stimmt alles. Manchmal hab ich zwar das Gefühl, dass bestimmte Dudelsack-Melodien zu 95 Prozent identisch mit Melodien von Schandmaul sind – aber vielleicht sind das auch irgendwelche tradionellen Geschichten oder der Lümmel namens Zufall. Mit dem Gesang hab ich noch manchmal meine Zweifel, aber das geht im großen und ganzen schon klar. Lobenswert ist vielmehr, dass sich Nachtgeschrei textlich überhaupt nicht mit dem ganzen Fantasy/Hexen/Henker/Minnesänger-Quatsch abgeben, sondern sehr zeitlose, gute deutsche Texte schreiben – spätestens damit sind sie auch Subway To Sally deutlich überlegen.
Label: Massacre Records; Infos: nachtgeschrei.de (http://www.nachtgeschrei.de)

Haller / Krutzinna / Schmutzer