um mittlerweile dritten Mal geht Tom Cruise als Spezialagent Ethan Hunt für den Geheimdienst IMF undercover; diesmal jagt er einen sadistischen Waffenhändler auf der Suche nach der mysteriösen „Hasenpfote“ über drei Kontinente.
„Wir haben dir ‚ne Sprengkapsel ins Hirn gejagt, kommt dir das bekannt vor?“ – Ethan Hunt sitzt gefesselt und geschunden in einem moderigen Kellerraum, ihm gegenüber seine Ehefrau, in einer ähnlich jämmerlichen Verfassung, dazwischen ein zorniger Mann mit einer Handfeuerwaffe. Der Beginn des Films ist purer Zündstoff und setzt den Adrenalinpegel des Zuschauers schon innerhalb weniger Minuten auf einen Hochpunkt – danach verzeiht man auch dass die eigentlich Handlung des Filmes ein paar Wochen vor der eben gezeigten Szene auf einer sehr idyllischen Verlobungsparty im Hause Hunt doch recht gemächlich beginnt.
Richtig gehört: Der Actionjunkie Ethan Hunt hat beschlossen sesshaft zu werden, sich eine Geliebte auserkoren und (um seiner Ehefrau in spe ein Witwendasein zu ersparen) seine aktive Agentenlaufbahn an den Nagel gehängt um künftig nur noch Ausbilder für Geheimagenten zu sein. Ein Problem ganz privater Natur, das diese Situation aufwirft, ist, dass Ethans Verlobte Julie (Michelle Monaghan) überhaupt keine Ahnung von dessen beruflichem Werdegang hat, sondern ihren Gatten für einen Beamten im Verkehrsministerium hält.
Hunts kleinbürgerliche Pläne vom privaten Glück kommen akut ins Wanken, als sich die IMF-Zentrale bei ihm meldet und Ethan die Nachricht überbringt, dass seine Lieblingsrekrutin auf einer Mission enttarnt und als Geisel genommen wurde; Kenner der Filme und der Serie wissen, das die IMF Politik in diesen Falle eigentlich keine Rettungsaktionen dulden dürfte, aber dieser spezielle Fall liegt anders. Man erhofft sich nämlich in der Führungsetage über die Befreiung der jungen Dame an einen gewissen Owen Davian (glänzend gespielt von Philip Seymour Hoffman), seines Zeichens einer der größten Waffenhändler aller Zeiten, heran zu kommen.
Nach kurzem Zaudern schwört Cruise sein (teils altbekanntes, teils brandneues) Team auf sich ein und die wilde Jagd geht los. Im andauernden auf und nieder eines tödlichen Katz- und Maus-Spiels zwischen IMF Agent Hunt und Waffenhändler Davian geht es von den Slums Berlins in die heiligen Mauern des Vatikans, bis zu den Wolkenkratzern Tokios ehe wir wieder im altbekannten Keller der vorgegriffenen Anfangsszene sind und dem Ende entgegenfiebern.
Die Geschichte hört sich ein bisschen banal und an den Haaren herbeigezogen an – ist sie auch. Die wirklich überraschenden Wendungen bleiben für den Zuschauer ein Wunschgedanke – stattdessen wird oft wird von anderen Actionfilmen (vornehmlich „True Lies“) abgekupfert. Um die Unstimmigkeiten in der Story abzurunden finden wir nie heraus, was die „Hasenpfote“ denn nun wirklich ist (außer ein MacGuffin nach bester Hitchcock-Manier).
Das alles stört jedoch nicht wirklich, denn der dünne Hauch von Story ist so fintenreich und actiongeladen umgesetzt, dass einem erst Minuten nach dem Abspann klar wird, welcher Luftblase von Geschichte man sich da gerade hingegeben hat. Der Film macht einen angenehmen Rückschritt vom tumben Dauergeballer des zweiten Teils und trägt glanzvoll eine Mischung aus perfekt getimten IMF Missionen und effektvollen Explosionsorgien vor. Sogar die konsequente Charakterentwicklung des Protagonisten ist zu bewundern, wirkt jedoch an manchen Stellen so schmalzig/kitschig wie Mister Cruises tatsächliches Privatleben – aber wen interessiert schon wirklich der Charakter von Ethan Hunt, wenn er auf einer brüchigen Brücke dem Bombenhagel von Ferngesteuerten Jets ausweichen muss?
Alles in allem ist Mission: Impossible 3 sehr kurzweiliges Popcorn-Kino und eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem zweiten Teil. Wer jedoch auf intelligente Action oder einen cleveren Agententhriller hofft, hofft hier vergebens.
Wertung:[cube3]











