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Harmful - nach 14 Jahren wird das Trio zum Quartett
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Harmful - nach 14 Jahren wird das Trio zum Quartett

as neue Harmful-Album ist irgendwo etwas besonders, wenn es auch nur eine straighte Rock-Platte ist. Mit Billy Gould wurde das Trio zum Quartett und bei der Tour in Kürze viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn Billy seit der Trennung von Faith No More erstmals wieder auf der Bühne stehen wird. Im Gespräch mit Magagin äußert sich Bassist Chris Aidonopoulos zu Erfolgsdruck, Solo-Projekten und Änderungen im Songwriting.

Magagin: Wie hoch ist der Druck, wenn man als Independent-Band das siebte Album heraus bringt? Immer wieder haben andere Bands den großen Durchbruch ja mit Gewalt versucht (und sind ordentlich auf die Fresse geflogen)...

Chris: “Es gibt keinen Druck, weil wir niemandem mehr etwas beweisen müssen, daher ist “7” einfach Harmful so wie wir es jetzt fühlen. Wir sind noch nicht oben angelangt, d.h. wir sind auch nicht gestürzt. Kann sein dass das noch kommt. Mit Gewalt bekommt man jedenfalls keinen Erfolg. Musik ist ja etwas subtiles, das man kaum kalkulieren kann, da hängt der Erfolg mit vielen Faktoren zusammen - die heraus zu finden ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir glauben an unseren Weg. “

Magagin: Harmful sind in gewissen Kreisen hoch anerkannt und ziehen Legenden wie Billy Gould und Flemming Rasmussen an. Ich vermute mal, dass sich das aber nicht so deutlich in den Verkaufszahlen niederschlägt und ihr weder Villa noch Porsche besitzt. Wie kommt das? Wie kommt ihr damit klar?

Chris: Billy Gould und Flemming Rasmussen sind zwar nur Menschen, gelten aber dennoch als Legenden, weil sie in erfolgreichen und einflussreichen Bands mitgewirkt haben. Flemming hat Metallica produziert, DIE größte Metal Band aller Zeiten - auch heute noch. Billy war bei DER Crossover Band schlecht hin: Faith No More. Er hat mit seiner Band ein Genre geprägt. Wir sitzen jetzt mit Billy in einem Boot und finden diesen Umstand irgendwie auch unbegreiflich: Ich meine der Typ ist ein Teil von Harmful. Wir sind somit ein Teil von Faith No More usw., die Geschichte geht mit uns weiter. Billy ist jemand, der super zu uns passt, sonst würde das ja gar nicht gehen. Wir teilen die Leidenschaft zur Musik, zum Album dass wir gerade aufgenommen haben und würden dass gerne alle zusammen auf der Bühne präsentieren. Letztendlich beweist es, dass die Musik von Harmful diesen Menschen gefällt - die Größe von Harmful ist dafür nicht entscheidend. Man fühlt sich sehr wohl dabei auch wenn sich das nicht in den Verkaufszahlen niederschlägt, also wir kommen damit wunderbar klar. Abgesehen davon würde ich glaube ich keinen Porsche fahren. Eine Villa besitzen vielleicht.

Magagin: Welche Rolle spielt Billy eigentlich in der Band? Ist das nicht ziemlich kompliziert, wenn nach 14 Jahren zu dritt ein viertes Element dazu kommt?

Chris: Wir sind keine einfachen Charaktere in der Band, das gehört aber auch dazu, so hat sich unser Sound geprägt.

Magagin: Konntet ihr ihn auch schon beim Songwriting integrieren?

Chris: Billy war beim Songwriting bei „7“ nicht dabei. Er kam dazu, als fast alle Songs standen, hat uns aber schon sehr geholfen in vielerlei Hinsicht, z.B. beim Arrangement von ein zwei Songs. Er hat auf jeden Fall seinen Einfluss gehabt was die Songs angeht beim Aufnehmen: Es kommt halt nicht darauf an den perfekten Take aufzunehmen und ein perfektes Album zu machen. Das Gefühl ist wichtig - und ein gutes Gefühl kann auch ohne Perfektion existieren. Dahingehend sind Amis anders. Billy hat viele Kontakte, die er für Harmful einsetzt. Das bringt uns auch irgendwo sehr weit was Europa angeht. Mal sehen. Es ist so wie es ist und es wäre quatsch diese Kanäle nicht zu nutzen nur des Understatements wegen. Wir können nur überzeugen mit dem was wir tun. Entscheiden ob Harmful gefällt oder nicht tut der Zuhörer, Konzertbesucher ohnehin alleine.

Magagin: Inwiefern hat euch Arens Solo-Ausflug mit Emirsian beeinflusst?

Chris: Ich finde das sehr schön mit Emirsian und es hat auch Türen geöffnet, was den Gesang von Aren angeht. Er hat sich da meiner Ansicht nach sehr gesteigert, was sich auch im Songwriting beim Harmful nieder schlägt. Die Riffs und Gitarre-Bass-Melodien sind meistens als erste da - aber der Gesang leitet das alles.

Magagin: Die folkloristischen Elemente von "Sis Masis" sind ja auf "7" nicht mehr so vorhanden - hat das einen Zusammenhang?

Chris Was die Folklore Elemente angeht... Es ist einfach so, dass wir das jetzt nicht gefühlt haben. Das war bei „Sis Masis“ noch der Fall und so ist das auch auf dem Album gelandet. Wir wollten jetzt ein einfaches, reduziertes Rock-Album machen. Das war’s. Keine Folklore usw. - nur Gänsehaut.

Magagin: Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast.

Wer Lust bekommen hat, Harmful mal auf der Bühne aus zu checken, bekommt dazu bald Gelegenheit. Das Quartett geht nämlich auf eine Tour, die nicht nur durch das erstmalige Mitwirken von Ex-Faith No More-Bassist Billy Gould etwas besonderes wird.

HARMFUL „7“ Tour 2007

27.03. D / Würzburg - Cafe Cairo
28.03. D / Stuttgart - Röhre
29.03. D / München - Backstage
30.03. D / Karlsruhe - Substage
31.03. D / Essen - Grend
02.04. D / Hannover - Bei Chez Heinz
03.04. D / Hamburg - Logo
05.04. D / Bremen - Tower
07.04. D / Köln - Underground
08.04. D / Frankfurt - Batschkapp
11.04. D / Jena - Rosenkeller
12.04. D / Berlin - Lido/Karrera Klub
13.04. D / Schwerin - Doktor K
14.04. D / Cottbus - Gladhouse
15.04. D / Dresden - Scheune
17.04. A / Wien - Arena

K. Haller