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"Live In Concert E.P. (Roskilde Festival 2007)" von Trentemøller
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"Live In Concert E.P. (Roskilde Festival 2007)" von Trentemøller

rentemøller trifft den Ton. Den Ton, der das Herz berührt, der träumen lässt und tanzen macht. Sein ausgeprägtes Gefühl für Melodie und Atmosphäre und sein Talent dieses umzusetzen haben dem Dänen auf der ganzen Welt jede Menge Fans beschert. Doch seine erste Live-CD ist ein Heimspiel: Roskilde 2007.

„Take Me Into Your Skin“ eröffnet das Konzert bewegend elegisch. Die sich behutsam aber stetig aufbauende Spannung erinnert an Post-Rock-Hymnen. Jeder Beat und jeder Synthie sind genau da wo sie sein müssen, verschränken sich und verschwinden wieder in einer unglaublich melodiösen Schönheit, während der anschwellende Jubel des Publikums davon zeugt, dass hier Abertausende keinen Zweifel daran lassen, eines der besten Konzerte ihres Lebens vor sich zu haben.
Der zweite Track „Snowflake“ zeigt die nächste Dimension auf. Er beginnt mit anheimelndem Ambient, weichem Bass und sanften Melodien. Wandelt sich aber im Lauf der Minuten zu einem zunehmend komplexeren Drum’n’Bass-Sturm, der durch seine unglaubliche Prägnanz und Perfektion und die plötzlichen Rhythmusbrüche eine Atmosphäre schafft, die nicht authentischer futuristisch sein könnte.

Das Besondere an der CD ist die immense Präsenz des Publikums in den Aufnahmen, die soviel Konzerterlebnis wie möglich konserviert. Gerade in den anderen beiden Live-Stücken, die erheblich ruhiger sind, tragen die unzweideutigen Reaktionen des Publikums ganz erheblich zur Greifbarkeit der Stimmung bei. Das progressiv-dubbige „Into The Trees“ macht keinen Ton ohne unmittelbare Publikumsreaktion. Wenn dann noch ein Beweis für Trentemøllers Fähigkeiten nötig ist, dürfte „Miss You“ jeden Zweifel ausräumen. Es beginnt so experimentell, dass Soundscape treffender ist als Ambient. Wenn dann der Synthie und wenig später das Glockenspiel einsetzen, hängt die Menge an jedem einzelnen der zerbrechlichen Töne. Beeindruckend und bewegend.

Die EP featuret außerdem drei Remixe, die nicht live sind. Über die wollte ich eigentlich sagen, dass sie gegen den Konzertmitschnitt etwas blass aussehen um noch mal zu unterstreichen, wie eindrucksvoll Trentemøllers Performance ist. Stimmt aber leider nicht. Danish Music Award-Träger Michael Simpson macht aus dem erfolgreichen Track „Moan“ vom Album Last Resort ein zerbrechlich-jazziges Trip-Hop-Stück, bei der die rauchig-charismatische Stimme von Ane Trolle hervorragend zur Geltung kommt. Kasper Bjørkes „Vamp“-Remix ist hingegen ein Club-Banger schlechthin, pure Energie, die nach vorne geht wie nix.
Den Kreis schließen dann die Isländer Gluteus Maximus, die „Miss You“ neu arrangieren und zwar großartig. Live-Percussions in Svarte Greiner/Type Records-Soundästhetik und einem Minimal-Famework, das nach erst sechs Minuten dem Hauptmotiv von „Miss You“ Platz macht, welches als Cello-Arrangement inszeniert wird. Da kann man gar nicht anders als die ganze Platte noch einmal zu hören. Ein Teufelskreis, der sein Geld wert ist.

S. Krutzinna
titel
01 Take Me Into Your Skin (Live At Roskilde 2007) | 02 Snowflake (Live At Roskilde 2007) | 03 Into The Trees (Live At Roskilde 2007) | 04 Miss You (Live At Roskilde 2007) | 05 Moan (Mikael Simpson Version) | 06 Vamp (Kasper Bjørke Remix) | 07 Miss You (Gluteus Maximus Remix Extended Version)
Release: 24.10.08 bei Poker Flat Recordings
|http://www.pokerflat-recordings.com|
Künstler-Homepage: http://www.anderstrentemoller.com
cover
Bewertung:
5/5