“it Hass gekocht” hat Heinz Strunk seine 26 Kurzhörspiele und auf der gleichnamigen CD veröffentlicht. Aus alltäglichen Gesprächen setzt sich das Material zusammen, daher muss man schon ein wenig boshaft sein, um über Strunks Alter egos lachen zu können. In Restaurants, Kneipen und Krankenhäusern kann man vielleicht doch mehr entdecken als man meint...
Wenn man allerdings bedenkt, was für merkwürdige Menschen der Alltag so hervor bringen kann, fällt einem das Lachen schon leichter. Strunk ist witzig, indem er den Alltag zum Kunstobjekt erhebt und damit eine Reflexion möglich macht, die durch eine leichte Überspitzung natürlich an Witz gewinnt.
Da ist der Schaffner, der die Zugansage macht (und sich in der aufgesetzten Freundlichkeit so lange verhaspelt, bis er nur noch das sagt, was er wirklich denkt). Da ist der Therapeut, der den Menschen bessere Gesprächsansätze vermitteln soll - die aber natürlich so blöde den langweiligen Inhalt ausschmücken, dass es nur schlimmer wird. Da ist der Zahnarzt, der den Patienten fragt, ob er sich nicht eigentlich für seine schlechten Zähne schämt.
Besser werden dann die Kurzhörspiele, wenn die traurigen Figuren auftreten, so wie Mikrowellenpete, der sich komplett über die Verwendung von Mikrowellen definiert, oder der “Mitesser”, der gerne die Reste anderer Restaurant-Gäste verputzen würde. Andererseits wird ebenfalls in der Gaststätte der Gast, der “Suur cream” anstelle von “Sour cream” sagt, angefeindet - so wie man das eigentlich auch immer selbst gerne machen möchte im Alltag. Der Bratwurstfreund, der extra zu dem mit einer tollen lokalen Reputation versehenen Bratwurststand anreist, wird von Wirt wie biertrinkenden Stammgästen mit Schmähungen bedacht. Es sind Menschen, die eigentlich scheitern müssten im Leben - wer im Leben so auftritt wie die beiden Freaks in “Quartett” ebendieses spielen, hat Erfolg gar nicht verdient. Trotzdem tauchen diese Clowns in unserer verrückten Gesellschaft immer wieder auf und machen sich (leider) meist sogar ganz gut.
Strunk, der sonst auch bei Studio Braun mit Rocko Schamoni und Jaques Palminger Faxen macht, soll in seiner Jugend selbst an Depressionen und Acne gelitten haben und dem Glücksspiel nicht abgeneigt gewesen sein. Nach einigen Jahren in einer in Norddeutschland erfolgreichen Tanzband geriet sein selbst gemachtes Gag-Album “Spaß mit Heinz” 1993 zufällig in die Hände von Bela B. Felsenheimer, der Mathias Halfpape, wie Strunk mit bürgerlichem Namen heißt, an Rocko Schamoni weiter vermittelte.
Alles in allem wird auf “Mit Hass gekocht” aber keine neue Erfindung gemacht - denn für alle, die die Kurzhörspiele des frühen Helge Schneider kennen, ist die CD nichts Neues. Trotzdem gelingt Strunk eine witzige Sammlung, die all die nervigen Gespräche, die man zwangsläufig im Alltag mitbekommt, ein klein wenig überspitzt und in einen wirklich spaßigen Kontext verschiebt. Obwohl man vielleicht nicht beim ersten mal Hören losbrüllt, setzen sich die kleinen Passagen fest im Kopf und amüsieren selbst bei wiederholtem Gebrauch. Das hat der Komiker Strunk dem Großteil der Comedians im Fernsehen weit voraus.










