wei Jahre sind seit „Get Lifted“, dem ersten Album von John Legend vergangen. Die Arbeit an „Once Again“ startete er mit Platinplatte, drei Grammys, Kanye West und anderen guten Freunden und einigen Einheiten Gesangsunterricht im Rücken.
Was soll da also noch schief gehen? „Get Lifted“ war ja schon ein ziemlich perfektes R&B-Album. Gute, erdige, pianolastige Beats trafen auf John Legends angenehme Stimme, die allerdings wirklich nicht zu den größten des männlichen Soul gehörte. Da gingen bis zu „Once Again“ tatsächlich ein paar Schritte nach vorne. Das hört man schon auf der ersten – großartigen – Single „Save Room“. Ein wirklich schönes Liebeslied. Gute Laune ohne übertriebene Euphorie. Entspannter Song, aber doch mit Druck. Produziert wurde „Save Room“ von Will.I.Am, der hiermit bewiesen hat, dass er immer noch auch anderes kann als PopHop Nummern für Großraumdiscotheken zu basteln. „Heaven“, Lied zwei und designierte zweite Single, geht auf die Kappe von Kumpel Kanye West. Der setzt die Samples wie immer richtig und komplettiert den gelungenen Start in „Once Again“. Es folgt ein Album komplett ohne Ausfälle und mit vielen Highlights. Dazu gehören „Each Day Gets Better“ und „Slow Dance“ die mit geschickten Motown-Anleihen der großen Zeit des Soul Respekt zollen. Auf der anderen Seite kommen dezent Jazz-Einflüsse ins Spiel: „Maxine“ und „Where Did My Baby Go“. Beides sind wirklich zeitlose Songs, die auch gut 20-30 Jahre früher hätten entstehen können. Vor allem letzterer ist mit Violine und Flügel ein sehr klassisch gehaltener, intensiver Lovesong, den man immer und immer wieder hören kann. Einer der größten Ohrwürmer ist „Show Me“, das mit seinen verzerrten Gitarren eine etwas rockige Richtung einschlägt.
Zum Schluss wird es sogar noch ein bisschen politisch. „Coming Home“ könnte man als Anti-Kriegs-Ballade bezeichnen. Ungewohnt aber berührend.
„Once Again“ ist eine ganze Ecke „erwachsener“ als „Get Lifted“. Diesmal ist das aber gar nicht so doof, wie es manchmal doof ist, wenn Menschen „erwachsene“ Platten machen wollen. Denn „Once Again“ kann man wirklich nichts vorwerfen. Irgendwie ist das die perfekte Herbstplatte. Nicht nur die schönen Straßenbilder im Cover drängen einen dazu, sich das Album auf den iPod zu ziehen und durch die letzten schönen Tage zu laufen. Unbedingte Empfehlung.










