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"Summer Kling" von F.S. Blumm
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"Summer Kling" von F.S. Blumm

onsieur Blumm macht Musik, die verträumt ist, wunderschön und so freundlich, dass man alles Übel dieser Welt vergisst. Man schwebt davon, auf den Klängen vielfältiger und manchmal auch etwas fremdartiger Instrumente, wird umsponnen von Liebe, gewärmt, wie von einem sanft flackernden Buchenholzfeuer. Feste statische Strukturen gibt es kaum, man gleitet in einem Raum voller Schmetterlinge und Libellen schwerelos durch die Luft.

Die Musik lädt zum intensiven erleben ein; sie macht den Kopf frei, leert ihn in beinah meditativer Weise um sich entweder einfach frei und froh zu fühlen, oder um zu genießen, die Welt in sich aufzusaugen und den Geschmack der Welt zu schmecken, der sonst überspielt wird von Alltag und Belanglosigkeit.

Einfach auf dem Balkon stehen und der Sonne beim Aufwachen zuschauen. Wie der Wind in der unendlichen Vielzahl von Blättern zaust, eines Baumes der sich gutmütig wiegt und in seiner Verschlafenheit verzückt. „Binsen und Bast“ etwa vermittelt mir diese weiche Sehnsucht der Natur. Teilhaben möchte ich, am feinen Sein des hohen Ahorns mit seinen händegleichen Bättern, lasse mich schütteln vom Schauder der Erkenntnis über seine Vollkommenheit. Das feine Glockenspiel im Lied im Zusammenspiel mit der Gitarre und dem rauchigen Bass – alles finde ich wieder in der Natur, denn meine Sinne sind geschärft und offen.

„Flosse“. Die Sonne scheint ein letztes Mal dieses Jahr, es ist noch mal richtig warm geworden im Spätherbst. Und deswegen schnappe ich mir Schuhe und Mantel und breche auf zu einem lustigen letzten Spaziergang in diesem Jahr. Die Amseln hüpfen heiter über die weiche Erde im Park, Eichhörnchen klauben Bucheckern in beeindruckender Emsigkeit zusammen und ich schlendere schlurfende durch das laut raschelnde Laub. Und so unbeschwert und sorglos hoppelt auch das Lied „Flosse“ durch die Zeit. F.S. Blumm spielt sein Gitarrenpickung herrlich rund und unbekümmert und Schlagzeug und Bass wissen sich prima gegenseitig in Szene zu setzen ohne zu stören, nur um zu untermalen. Die Synthies schweben auch nur manchmal ganz sacht vorbei und so ist das Lied wirklich ein Spaziergang, bei dem man nicht mal zum Schuhe binden halt machen muss.

Ich meine eine Menge Parallelen zu John Kaada, dem norwegischen Komonisten, entdecken zu können. Wo bei Kaada aber eine gewisse skandinavische Grundmelancholie durchschimmert, ist es bei F.S. Blumm eine gewisse Grundwärme und –freundlichkeit. Erstaunlich dass dieser Mann aus Deutschland, Berlin, kommt, wo wir Deutschen doch für unsere Gefühlkälte so berüchtigt sind. Auch die Geselligkeit des Künstlers, der wir die Beteiligung der vielen verschiedenen Instrumente und Musiker auf dieser Platte zu verdanken haben, steht ja fast schon im Kontrast zu den vielen Proberaum-Kaspar-Hauser, die sich den Erfolg nur erarbeiten wollen. Neben F.S. Blumm waren an dem Album noch zwölf weitere Musiker beteiligt, denen insbesondere die überaus vielseitige und ausgesuchte Instrumentierung zu verdanken ist. Die Tour zum Album „summer kling“ wird allerdings nur von einem Trio bestritten, aber auch das dürfte ganz entzückend sein…

S. Krutzinna
titel
01 Koffer A | 02 Binsen & Bast | 03 Land Ab | 04 Flosse | 05 Haus & Halm | 06 Lüftchen | 07 Halbton | 08 Zum Lüftchen | 09 Lilli | 10 Koffer Dill | 11 Sicht | 12 Flocke | 13 Wurf | 14 Walde | 15 Zu Walde | 16 Drehlicht
Release: 15.09.06 bei Morr Music
|http://www.morrmusic.com|
Künstler-Homepage: http://fsblumm.free.fr/
cover
Bewertung:
5/5