as Trio 31knots aus Portland, Oregon schickt “ep:Polemics” raus, auf die im nächsten Jahr dann das neue Album folgen soll. Ihr vom Prog-Rock geprägter, aber sehr eigener Sound weist in den fünf Songs eine große Bandbreite und Dichte an musikalischen Ideen auf. Obwohl nicht als solche geplant, wirkt diese CD also wie eine Art Ouvertüre für das neue Album.
Nein, eine Ouvertüre, wie es sie oft in klassischen Opern gibt, wollten sie natürlich nicht veröffentlichen. Statt dessen nennt Sänger Joe Haege “argumentative discussions” als inhaltlichen Nenner der fünf Songs. Man kann sich also schon denken, dass keine “tralala - ich bin verliebt”-Texte auf der Platte vorkommen. Anspruchsvoll geht es zu, aber trotz aller Komplexität bleibt der Kern der EP gefällig. Unvermeidlich scheinen der kurze, experimentelle Opener “Sounding Out Uncertainty” und der lange, sperrige Schlusssong “Endless Days”.
Interessanter ist “Sedition’s Wish”, wo man Haeges inhaltlichem Hinweis Beachtung zukommen lassen sollte: Ein rhythmisch vertrackter, aber ansonsten eher ruhiger Teil wechselt sich mit einem donnernden Metalpart ab, der auch vor dem exzessiven Gebrauch einer Double-Base nicht zurück schreckt. Im Allgemeinen verwenden 31knots ein Gerüst aus eintöniger Gitarre, opportun-groovendem Bass, fast stimmlos-gerufenen Gesang und einem frechen Schlagzeug. Umso überraschender gelingen Abwechslungen wie das Metal-Ding, des Weiteren plötzliche Bläser-Unterstützung in der Strophe und natürlich der Schlussteil, der den Song mit weichen Klangteppichen ausklingen lässt.
In “Vanish” dominiert dagegen das Loop, präsent in der Gitarren- und Bassspur. Hier macht der Schlagzeuger Sachen, die echt nicht einfach sind. Gerades, eingängiges Spielen lehnt dieses Band offensichtlich nicht nur ab sondern sucht konsequent rhythmische Komplexität. Haeges schwacher Gesang lässt hier noch mehr nach, weil er nicht mehr direkt von anderen Instrumenten unterstützt wird. Wie schon im Opener hat man hier gegen Ende das Gefühl, die Produzenten hätten am Ende noch mal mit einem billigen, einspurigen Audioprogramm per Kopieren & Einfügen den einen oder anderen Takt dazwischen geballert. Kantig, aber interessant.
Vielleicht der schönste Song ist “Black Ship Auction”, der eine Orgel zu Wort kommen lässt, dem Gesang deutlich mehr Fertigkeiten entlockt und nach einigen Verrücktheiten schließlich in einem genialen Mittelteil kulminiert. Schließlich steigert man sich immer hinein, um dann doch einer Harfe das letzte Wort zu geben.
Man kann wirklich nur loben, wie die Band spröde Elemente zu einem wunderschönen Ganzen verbindet. Wer es abwechslungsreich mag und auch vor mehreren Hördurchgängen nicht zurück schreckt, kann mit dieser Band wirklich einmalige Erlebnisse haben. 31knots imponieren mir - an den Eiern haben sie mich noch nicht.











