ei Flamenco schießen einem ja erstmal ziemlich viele Assoziationen durch den Kopf. Bei weitem nicht nur Gute. Man denkt an komisch bis bescheuert aussehende, Rotwein geschwängerte Menschen die mit kleinen Holzmuscheln rumklappern, euphorische Laute ausstoßen und mit der Zunge schnalzen.
Dabei handelt es sich bei Flamenco nicht zuletzt auch um eine sehr anspruchsvolle Musikform. Der übliche 4/4 oder auch ¾-Takt findet in Flamenco-Kompositionen sehr selten Verwendung. Eher geht es in allen möglichen anderen Formen drunter und drüber. Und das sehr leidenschaftlich. Sehr leidenschaftlich ist auch der Blick von Pepe Justicia auf dem Albumcover. Schmachtend, mit der Gitarre in der Hand. Klischee vom Flamenco-Gitarristen ist bedient.
Nun ist Pepe Justicia aber auch Flamenco-Gitarrist. Ein sehr angesehener noch dazu. „Trece Noches“ heißt sein neues Album und ist eine der wenigen Möglichkeiten hier in Deutschland den Flamenco auf Tonträger kennen zu lernen. Obwohl sich das durchaus lohnt. Auch wenn die Musik natürlich eigentlich zum Tanzen gedacht ist, macht sie auch beim schlichten Rumsitzen Spaß. Zum einen, weil die Gitarrenarbeit die hier geleistet wurde erstklassig ist. Zum anderen weil sich der sehr eigene Flow der Musik auch zum entspannten Zuhören wunderbar eignet. Auch als Hintergrundmusik zum Bierchen mit Freunden ist „Trece Noches“ empfehlenswert, da der Sound aufs Gemüt schlägt. Positiv. Hat durchaus Potential die eine oder andere Winter-Depression zu vertreiben.
„Trece Noches“ macht Spaß und ist für interessierte Weltmusik-Hörer sicherlich eine lohnenswerte Investition, auch wenn Flamenco ja nun nicht gerade jedermanns favorisiertes Genre ist. Kann man mal reinhören!










