iel versprechender Name: “Monkeeman”. Späße von pelzigen Bananenfreunden? Der Albumtitel verheißt noch mehr: “Jumping On The Monkey Train”. Wow. Da stimme ich mich schonmal auf was Freakiges ein - leider vollkommen umsonst. Die CD ist weder freakig noch gut und kommt nach der Hälfte der Spielzeit in den Schrank. Dort wird sie wohl verstauben. Vielleicht können sich in der Zukunft superintelligente Affen noch über dieses Album ärgern, wenn die Menschheit längst nicht mehr ist. Ich aber will von so was verschont bleiben.
Der Oberaffe heißt Ralf Lübke und kommt aus Wilhelmshaven. Er ist der Songwriter und Kopf von Monkeeman. Seine Band hatte 2005 mit ihrem Debütalbum “Burn to shine” einen gewissen Erfolg, bekam Rotation auf fast allen wichtigen deutschen Radiostationen und durfte einen Track für den TV-Werbespot eines großen Internet-Auktionshauses verscheuern.
Dazu passt auch die Musik des Quartetts. Sie ist das genaue Gegenteil der Freak-Show, die man von Name und Titel erwarten darf - langweilig und altbacken. Die Band ist sehr präzise und die Produktion gelang auch äußerst professionell - aber das reicht einfach nicht aus, um mich zu unterhalten. Wo soll man denn das eigentlich einordnen? Das Songwriting gelingt phasenweise ganz gut, den Song “The Man In My Head” z.B. höre ich mir echt gern an. Allerdings sitzt der Herr Lübke ja nicht alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne, sondern hat diese streberhaft-zurückhaltende Band im Hintern (u.a. popelige Synthie-Geigen in “No Kicks”). Und da ist einfach kein Platz mehr für seine Stimme, um die Ausdrucksstärke eines Songwriters gewinnen zu können.
Damit könnte der gute Mann aber wohl auch nicht all zu viel anfangen. Sein Stil lässt sich “solide” nennen, was aber mehr als Beleidigung gemeint ist. Nichts schillert, nichts glänzt. Keine Ausrutscher, keine Zufälle. Man kann vielleicht sagen, dass Monkeeman ein Klischee von deutschen Bands erfüllen: Präzise, zuverlässig, solide - weg damit.
Lübke selbst sagt, er arbeite gerne bei einem Label, wo Freunde sitzen und Menschen, denen ich vertraue. Wenn das Indie ist, schön, aber mir völlig egal.” Das sollte ihm nicht ganz egal sein. Hört man sich nämlich die Senkrechtstarter der amerikanischen Indie-Szene an - genannt seien nur mal Clap Your Hands Say Yeah, Eagle*Seagull oder Someone Still Loves You Boris Yeltsin - bekommt man viel mehr als Abziehbilder von einem Indie-Ideal. Was seine Kollegen unter großen Flagge “Indie” bereit halten, sind Innovationen, Authentizität und Kreativität. Die inhaltsleere Musik von “Jumping On The Monkey Train” dagegen assoziiere ich sofort mit Major-Label. Weil handwerkliches Können dahinter steckt - aber viel mehr eben nicht.











