inen hochtrabenden Titel haben sich die vier New Yorker von Thunderbirds Are Now! für ihr neues Album ausgesucht: “Make History” heißt der Drittling der Band, der diesen Anspruch insofern verfehlt, dass die Platte in 20 Jahren wohl keinen mehr interessieren wird. Andererseits geht es wohl auch mehr um den Moment, den die Band bei ihren Konzerten zu unvergesslichen Erlebnissen dekorieren möchte - und das schafft dieses Poweralbum auf jeden Fall.
Der erste Eindruck von “Make History” ist wirklich nicht der beste. Denn das Cover ist meine Erachtens nach überhaupt nicht gelungen - eigentlich kann ich da gar nichts mit anfangen. Vielleicht bietet sich ja einmal die Gelegenheit, mit der Band persönlich darüber zu sprechen, oder einer der aufgeweckteren Leser fühlt sich berufen, mir die Bedeutung dieses hässlichen Zierwerks zu erklären. Am Besten lässt man die CD also gleich im Player, sollte dann aber doch zumindest auf den Inhalt des Booklets einmal zurück greifen.
Denn es wird schnell deutlich, dass man sich “Make History” nicht einfach durch Nebenbei-Beschallung erschließen kann - dafür legt die Band zu viel Wert auf die Texte, die - da hat jemand mitgedacht - im Booklet abgedruckt sind und auch auf der Homepage des Labels Frenchkiss Records (http://www.frenchkissrecords.com) eigesehen werden können. Man muss es ja nicht “ungewöhnlich” nennen, dass eine Post-Punk-Band mit Tanzappeal ihren Texten so große Bedeutung zukommen lässt - hier versprechen sich die Jungs aber offensichtlich einen gehörigen Schub Richtung Pop-Musik.
Diese Zutat bekommt dem schnellen, dichten und mit lustigen Synthesizer-Attacken versehenen Sound der Band auch sehr gut. “Make History” ist nicht das große Pop-Album, das sich gut verkaufen und wahnsinnig viel Einfluss ausüben wird - aber es ist eine solides Werk komprimierter, sehr tanzbarer und äußerst unterhaltsamer Rock-Musik. Der druckvolle Sound findet seine Repräsentation in den mit körperlichen Motiven hantierenden Texten, die zum Abstauben des eigenen Skeletts einladen (“Shake Them Awake”), dann wieder von der aller Körper eigenen Fleischlichkeit schwärmen und sich schließlich auch den Verdauungsprozessen hinreichend nähern.
Die Aufforderungen sind dabei eindeutig: There’s no reason for standing around / Cos we’re dead when we’re lying down in “Panthers In Crime”, We will say what we mean / Cos tonight, tonight the veil comes down in “The Veil Comes Down”. Abgerundet wird “Make History” von dem pathetischen “(The Making Of...) Make History”, das ich mir wirklich 50mal am Stück anhören kann. Klasse! Wenn dann live wirklich alle Masken fallen und man unter schwitzenden, zuckenden, tanzenden Körpern seiner eigenen trägen Muskelmasse mal wieder die richtige Ladung verpasst, muss ein Konzert von Thunderbirds Are Now! eine echte Erfahrung sein, die ich mir in 2007 gerne anzutun gedenke. Möglichkeiten dazu habt ihr an den folgenden Terminen: 21.02. Hamburg: Hafenklang Exil; 22.02. Nürnberg: K4; 23.02. Offenbach: Hafen 2; 24.02. Berlin: Bastard











