onta ist die Ein-Mann-Band von Tobias Kuhn, der einstmals als Sänger der Band Miles unterwegs war. Sein großartiges Songwriting-Talent hat dem Debüt-Album von Monta, “Where Circles Begin”, international Bestnoten und viel Aufmerksamkeit eingebracht. Nun steht mit “The Brilliant Masses” ein Nachfolger da, der Kuhns Fähigkeiten noch mehr fordert und fördert.
Kuhn ist ein Songwriter-Genie, das kann man wohl so festhalten. Er hat seine Hausaufgaben in der Harmonielehre gemacht, bietet diese Fähigkeiten aber so locker, flüssig und unverkrampft dar, dass einem kaum bewusst wird, wie komplex dieses Album eigentlich ist. Das ist wirklich ein sehr hohes Niveau von musikalischem Verständnis und Ideenreichtum.
Gleichzeitig ist da diese magische Präsenz von seinen Songs, die auch schon auf “Where Circles Begin” anklang, jetzt aber noch weiter ausgebaut wurde. Schon der Opener “Capitulate” fesselt den Hörer trotz seiner minimalistisch-belegten Langsamkeit intensiv. Monta lässt es gerne ruhig angehen, die Songs kann man fast laid-back nennen. In dieser Ruhe wächst dann - auch durch die Qualität der wechselnden Bandbesetzung aus Klavier, Lead-Gitarre, Posaune, etc. - eine unglaubliche Schönheit, die dieses Album eigentlich für alle Zielgruppen interessant machen dürfte. “The Brilliant Masses” setzt dabei im Vergleich zu seinem Vorgänger eine vielschichtigere Produktion ein, für die auch Herwig Zamernik von Naked Lunch verantwortlich zeichnet. Kuhn und Zamernik legen elektronische Geräusche in die Musik und stellen so alle Künstler als Stümper bloß, die ein knisterndes Vinylrauschen zur Atmosphärenschaffung eines Songs verwenden. Sie gehen sehr viel weiter und legen mit diesem Produktionsstil eine innovative Entdeckung vor.
Wer “Where Circles Begin” mochte, darf sich aber nicht auf ein Plagiat freuen. Denn Monta driftet in weiten Teilen weg von den verständlicheren Themen, die “I’m Sorry”, “Long Live The Quiet” oder “Farewell Dear Ghost” zu meinen persönlichen Hits gemacht haben. “The Brilliant Masses” lässt so eine Abgrenzung kaum zu, die Songs scheinen ineinander zu verschwimmen und erschweren die Interpretation durch einen Gebrauch von chiffrierenden Metaphern, den man schon als “Verschlossenheit” bezeichnen kann. Monta ist ein verschlossener Künstler, der gleichzeitig sein Herz ausschüttet. Für den Code würde ich so einiges geben.
Somit ist dieses Album eine brillante Weiterentwicklung. Wahnsinnig schwermütig und dunkel, durch ausgezeichnete Produktion, großartiges Songwriting und ausgeklügelte Instrumentierung gleichzeitig aber auch irgendwie sehr bekömmlich manifestiert es die Ausnahmestellung von Tobi Kuhn unter den Musikern dieser Welt. Es ist nicht das Album, mit dem Monta Hits für die Popgeschichte geschrieben hat, es ist eher das innovative Zwischending mit dem sich Indie-Liebhaber nach Herzenslust verlustieren können.











