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"7" von Harmful
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"7" von Harmful

ie Frankfurter Band Harmful hat prominenten Zuwachs erhalten. Wie uns Sänger Aren bereits im November beim Interview verriet, ist der ehemalige Faith No More-Bassist Billy Gould als Gitarrist zur Band gestoßen. Harmful, jetzt zum Quartett erweitert, haben nach Arens Solo-Ausflug als Emirsian jetzt das Album “7” aufgenommen. Ein schlichter Titel für eine grundsolide Rockplatte.

Tatsächlich sprechen auch die Songtitel bei Harmful deutlich für die Musik: Kurz und prägnant werden die Songthemen auf den Punkt gebracht; surreale Ausschweifungen braucht man hier nicht zu befürchten. Sänger Aren Emirze bleibt ausschließlich in der englischen Sprache und verwendet in seinen Texten ein angenehmes, nicht zu abstraktes Niveau, das seine Botschaften gut verständlich macht, dabei aber auch nicht unbedingt auf eine Bedeutung determiniert.

Solide, so kann man nicht nur die Lyrics nennen, sondern auch die musikalische Produktion. “7” ist Rock von vorne bis hinten, hört sich fast durchweg gut an und klingt verdammt ehrlich. Allerdings hält sich auch der Dynamik-Pegel auf einem sehr konstanten Niveau: Die Stimmung der Songs ändert sich auch zwischen den Liedern kaum einmal, so dass das Album am Stück gehört schonmal langweilig wird. Dabei ist der ziemlich einfallslose Instrumentalsong “Mesanichta” mein persönliches Negativerlebnis mit dieser CD.

Bei intensiverem Hören ergeben sich dann natürlich doch ein paar zusätzliche Eindrücke. “Not In Love” ist ein Song, den man auf jeden Fall mal für die nächste Beziehungskrise im Hinterkopf behalten sollte. Ausnahmsweise klingt das Songwriting hier mal ein klein wenig nach Hamburger Schule - ansonsten sind sich Harmful aber ihrem eigenen Stil treu. Der Opener “Old Mistakes” ist so ein typisches Noise-Rock-Brett: Immer wieder überraschen dissonante Harmonien und einfallsreiche Breaks. Arens Stimme trägt dunkel und zerrissen vor, bricht aber selten mal in Screaming aus.

So erfreut man im Allgemeinen Fan-Herzen, gewinnt aber wenig Kritiker-Stimmen für sich oder erreicht höhere Verkaufszahlen. Nach dem großen Durchbruch befragt äußert sich Bassist Chris Aidonopoulos: “Es gibt keinen Druck, weil wir niemandem mehr etwas beweisen müssen, daher ist “7” einfach Harmful so wie wir es jetzt fühlen. Musik ist ja etwas subtiles, das man kaum kalkulieren kann, da hängt der Erfolg mit vielen Faktoren zusammen - die heraus zu finden ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir glauben an unseren Weg.” (das komplette Interview mit Chris könnt ihr hier (http://magagin.de/articles_93.html) lesen).

Dieser Weg wird in Zukunft eher einer Autobahn ähneln - durch die Fusion mit Billy Gould eröffnen sich der Band neue Möglichkeiten. Es soll an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, das kein geringerer als Flemming Rasmussen “7” gemixt hat. Der gute Mann hat in den 80er Jahren “DIE Metal-Band aller Zeiten” (Chris) produziert: Metallica.

Der Albumname “7” zeigt deutlich auf, was dieses Album eigentlich ist: Das siebte Album von Harmful. Im Vergleich zum Vorgänger “Sis Masis” geht es denn auch weniger um eine konkrete Thematik, es gibt keinen neuen Stilmix, folkloristische Elemente treten in den Hintergrund. Stattdessen ist “7” einfach eine Platte, die Spaß macht und für Fans ein absolutes Muss und für Noiserock-Freunde zu empfehlen ist. Es ist aber nicht der große Geniestreich, nicht die Stilrevolution und auch nicht die große Hitmaschine. Diese Kaliber hebt sich die Band vielleicht für die achte Platte auf, wenn auch das Songwriting im Quartett bewältigt werden muss.

K. Haller
titel
01 Old Mistakes | 02 Another Life | 03 Elaine | 04 Tension | 05 Tenderly | 06 Not In Love | 07 Hide | 08 Recipe | 09 Mesanichta | 10 Break Point | 11 Long Gone
Release: 16.02.07 bei nois-o-lution
|http://www.noisolution.de/|
Künstler-Homepage: http://www.harmfulweb.de
cover
Bewertung:
3/5