er kanadische Singer/Songwriter David Celia wirft nach seinem ersten Album „Organic“ nun sein zweites Werk auf den europäischen Markt, den er schon von einer umfangreichen Tour kennen gelernt hat. Und so ganz verkehrt ist das wirklich gar nicht, was der da macht.
David Delia hat im Grunde schon einen recht breit gefächerten Sound, wenngleich er sich schon im Bereich von handgemachter Popmusik, Folk und Country bewegt. Die musikalischen Assoziationen, die man beim Hören hat, sind allerdings auch ganz vielfältig. Die sehr abwechslungsreiche Instrumentierung mit sehr vielen Gastmusikern, die in allen Stücken des Album zugegen sind, erinnern schon ein wenig an Bright Eyes – da ist ja auch immer eine ganze Legion von tollen Musikern dabei. Nach den späteren Werke desselben klingen auch einige der Country geprägten Stücke, wie zum Beispiel „Evidently True“, der Opener. Allerdings ist David Celias Stimme wesentlich weniger melancholisch als die von Conor Oberst. Vielmehr versucht David Celia hier mit dem weniger emotionalen, etwas monotonen Country-Singsang zu betören. Das polarisiert natürlich nicht so richtig – läuft aber auch nicht Gefahr ganz schnell doll zu nerven.
„Best Thing Ever“ ist da schon um einiges poppiger. Der unter anderem auch mit Hammondorgel angereicherte Sound ist schon so voll, dass man ein bisschen an Badly Drawn Boys neustes Album denken muss – was zwar Erfolg verheißend klang, aber sonst nicht so vom Hocker haute. Aber schon gut gemacht, wenn man so was mag.
„Infinity“ scheint wirklich nicht so richtig ein Ende nehmen zu wollen. Ich glaub Country ist nix für mich. Das fließt mir zu sehr im gleichen Trott vor sich hin... Wie die Wolga oder ein anderer dicker Fluss. Man sollte sich übrigens mal mehr mit Kanada auseinander setzen. Ist ja glaub ich schon ein gutes Land, aber mir fällt jetzt gerade zum Beispiel kein kanadischer Fluss ein, der obigen Vergleich hätte übernehmen können. Naja, in jedem Fall wollte ich eigentlich auch sagen, dass mir ein bisschen der Schwung fehlt. Keine Breaks, kein emotionales Aufschreien oder so was. So läuft man schon ein bisschen Gefahr in einen apathischen Geisteszustand zu gleiten.
Bei „She’s A Waterfall“ dürfte man dann spätestens wieder zu Bewusstsein kommen. In den Parts, wo die bestimmt zauberhafte Liz Sabbott in den hohen Gesang von David Celia einsteigt, fühlt man sich schon doll an Simon & Garfunkel-Duette erinnert, was ich ja klasse finde. Und wo wir schon bei diesen Blumenkindern sind – mitunter erinnert Celias Gesang auch an Bob Dylan! Ohne Scheiß!
Ja, so insgesamt ist das auf jeden Fall eine sehr solide Platte. Alles liebevoll und gekonnt arrangiert und eingespielt. Die Vielzahl an Musiker und Instrumenten (darunter zum Beispiel auch Banjo, Geige, Maultrommel, Piano, Bass, Flöten und Mandoline) macht sich in jedem Fall positiv bemerkbar und wirkt nur wenn man ganz fies sein möchte manchmal etwas überladen. Der richtige Kick fehlt dann aber noch, um aus dem Album was zu machen, was Bestand hätte. Die Texte sind einfach schon sehr trivial, selten wortgewaltig oder extrem berührend – dennoch aber solide Arbeit, keine Frage. Gerade aufgrund der insgesamt etwas schwächeren Dynamik, ist das Album wohl auch ganz gut geeignet um als Hintergrundmusik eingesetzt zu werden, wenn mal 3-4 Freude vorbeischauen.










