im Frank wurde mir ab dem Moment sehr sympathisch, als er anfing Interviews und öffentliche Auftritte generell nur noch besoffen zu absolvieren. Vorausgegangen war eine schön erfolgreiche Karriere der Sauber-Pop-Band Echt, die Anfangs ziemlich nervig waren, später aber ganz erträglich wurden.
Ab dem Moment nämlich, wo sie anfingen so melancholisch bombastische Sachen zu machen. „Du trägst keine Liebe in Dir“, „Weinst du“ und die Dinger. Mit dem Support des wirklich guten Songschreibers Michel Van Dyke ging da was. Zeitgleich überforderte der ganze frühe Ruhm den Frontmann, der also, amüsanter Weise, öfter eher dunkel- als hellblau unterwegs war.
Auch wenn Van Dyke mit „Hellblau“ leider nichts mehr zu tun hat, merkt man doch eine gewisse Prägung: Streicher, Pauken, das ganze große Zeug wird aufgefahren. Ohrwurmqualität hat das auch alles noch. Du hörst das Album zweimal und kannst jedes Lied vorsingen. Tracks wie „Zwei Sommer“ könnte man vom ganzen Style her, ohne zu zögern, Van Dyke zuordnen.
Auch die Thematik ist weitgehend ähnlich. Es geht hauptsächlich um ein Mädchen. Der Frank hat sich nämlich vor einiger Zeit von seiner Freundin getrennt mit der er zusammen ganz romantisch in einem Bauernhaus an der Ostsee gewohnt hat. Das hat ihn offensichtlich ziemlich mitgenommen, denn locker 50% des Albums lassen sich auf die Situation beziehen. Nun war die Beziehung zwischen Mann und Frau ja das Thema fast aller großen Songs, aber hier wäre ein bisschen mehr Abwechselung ganz nett gewesen.
Raus gekommen ist trotzdem ein gut hörbares Album ohne harte Ausfälle und vielen schönen Songs. Titelsong „Hellblau“ z.B. ist so ein angenehmes Sonntagmorgen-Wohlfühl-Ding (wobei ich mich ehrlich gesagt Sonntagmorgen immer elend fühle), „Für schlechte Zeiten“ ist Kopf hoch-Stimmung mit cooler Gitarren-Streicher Kombination. Natürlich gibt es auch ne Menge depressiverer Sachen wie „Kalt und leer“.
Für Freunde des minimalistischen Pops ist das hier ganz und gar nichts. Das Echt-Ding wurde auf einer persönlicheren Ebene weitergeführt. „Hellblau“ ist deutschsprachiger Gitarrenpop an dem es wenig auszusetzen aber auch ein bisschen zu wenig hochzujubeln gibt. Potential für Größeres ist allerdings ohne Zweifel vorhanden!










