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"The Sunrise Church Of God" von Fumarkilla
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"The Sunrise Church Of God" von Fumarkilla

armstadt, im Süden Hessens, ist die einzige Stadt Deutschlands, nach der ein chemisches Element benannt wurde, nämlich das Darmstadtium. Als wäre das nicht genug hat die Stadt Darmstadt auch noch die norwegische Perle des Nordens, nämlich Trondheim, als Partnerstadt. Ob die Band „Fumarkilla“ diesen hervorstechenden Attributen mal den Rang ablaufen wird, wollen wir mal herausfinden.

Zunächst einmal ist der Bandname irgendwie scheiße. „Fumarkilla“ klingt wie der Nickname eines 14-jährigen Counterstrikers mit Migrationshintergrund. Und der Albumtitel „The Sunrise Church of God“ klingt wie sein Counterstrike-Clan. Das kann es dann noch nicht mit chemischen Elementen aufnehmen, damit kann man höchstens die Darmstädter „Marching Devils e.V.“ einschüchtern.
Nun, man muss den vier Männern aber zugute halten, dass sie ja noch gar nicht lange zusammen zocken – da kann es schon mal sein, dass man solche Sachen einfach mal flott im Vollsuff beschließt.
Jetzt will ich aber mal zur Musik kommen und auch gleich etwas lobende Töne anschlagen. Denn obgleich die vier Musiker nun eben wie gesagt noch nicht hundert Jahre zusammenspielen, haben sie es geschafft eine recht überzeugende kleine EP einzuspielen. Dabei beeindruckt zunächst der volle Klang, von zwei fetten Gitarren, die nicht zu viel und nicht zu wenig machen. Die Songs spielen sich alle in einem Rahmen ab, den ich mal so als Whiskey-Rock’n’Roll bezeichnen will. Bourbon saufen und schwarze Klamotten anhaben. Ich bin ein bisschen an die „Reloaded“ von Metallica erinnert, wobei man ja so Vergleiche eigentlich nicht machen darf, aber ich will den Gedanken auch nicht unformuliert lassen. Die angenehm treibende Trägheit setzt sich nach dem rauen Opener „Satan’s Son The Bastard Demon“ in dem zweiten Stück „Oh Yeah“ weiter fort, der sich ein kleines bisschen in Gitarrensoloeskapaden verheddert.
„Fountains of Blood“ klingt viel versprechend und würde herrlich in eine texanische Truckerbar passen, wo alle Leute mit langen Bärten und schmierigen Jeanswesten vor sich hinschwitzen und viel schnellere Musik einfach nicht klargehen würde. Und da wären dann auch nur hart gesottene Bikerfrauen, die vor nem halben Liter Whiskey erst gar nicht auf ein Motorrad steigen und mich mit einer Hand auf dem Rücken verprügeln könnten. Eigentlich komisch, dass der liebe Gott diese vier Männer in Darmstadt leben lässt… Was ich aber eigentlich sagen wollte: Der Song gefällt mir ebenfalls.
„Godking“ ist ein bisschen ruhiger, aber trotzdem dreckig und Marc Fleischer hat nicht nur einen Nachnamen um den ihn sicher einige andere Rock-Kollegen beneiden werden, nein, er singt auch noch wirklich prima. Gerade auch am Anfang des Tracks, wo er beinah raunend seine Stimme über dem Gitarrenpicking schweben lässt.
Die beiden letzten Tracks bringen auf solide Art und Weise schließlich die Platte zu Ende. Es gibt da jetzt konkret nix zu meckern, aber ein bisschen schleicht sich der Wunsch nach mehr Abwechslung in den Gehörgang. An einigen Stellen ein paar Breaks, stärkere Laut/Leise-Wechsel oder auch Tempo- oder Rhythmuswechsel oder mal ein Drumsolo oder Bass-Fill-In würden die Musik schon noch deutlich interessanter machen. Ich hab die BpMs jetzt nicht mitgezählt, aber ein bisschen hab ich das Gefühl, dass sich die Songs allesamt in einem ähnlichen Rahmen abspielen.
Der eingeschlagene Weg ist allerdings wirklich überaus viel versprechend, aber es gilt nun den Weg nun nicht nur zu gehen, sondern auch mal ein paar Schritte zu springen oder zu rennen. Aber alles in allem ein wirklich gelungenes Debüt, sodass dem blöden Darmstadtium langsam die Knie schlottern können.

S. Krutzinna
titel
01 Satan's Son The Bastard Demon | 02 Oh Yeah | 03 Fountains Of Blood | 04 Godking | 05 The Iron Wrought | 06 Lakewood
Release: 12.03.07 bei Radar Music
|http://www.radar-music.cms-domain.de|
Künstler-Homepage: http://www.fumarkilla.de
cover
Bewertung:
3/5