„ine Hand wäscht die andere. Das feature Album“. Der Titel sagt schon was Sache ist. Sido stellt auf dieser Platte die besten Features seiner bisherigen Karriere zusammen und dürfte damit den ein oder anderen nachträglich überraschen.
Denn obwohl natürlich der Hauptteil der Features auf die üblichen Verdächtigen aus dem direkten Umfeld zurückzuführen ist, sind da ein paar Leute dabei, mit denen viele sido wohl eher nicht in Verbindung gebracht hätten. Ich denke an diese ganzen Seeed- und The Streets-Fans. Studenten und vor allem Studentinnen, die sich abends beim Rotwein (lieblich) über sidos „abstoßenden“ Texte aufregen und wahrscheinlich noch gar nicht mitbekommen haben, dass ihr ewiges Hassobjekt längst auch von ihren „richtigen Musikern“ gefeiert wird. Ob sie das jetzt durch „Eine Hand wäscht die Andere“ bemerken werden ist natürlich auch fraglich. Aber schön wärs.
Zumal beide Tracks wirkliche Bomben sind. „Rodeo“ kennt man ja vom „Ich“-Album, aber die deutsche Version von Mike Skinners „Blinded By The Lights“ war bisher nur als B-Seite auf der Single und dürfte damit die Massen bisher nicht erreicht haben. Genauso wie das krasse Elektro-Geballer bei „Sureshot“ mit DJ Tomcraft als Produzenten und dem deutschen Down-South-Rapper (und sido Produzenten) Tai Jason. Ein Brett von einem Song.
Auch wenn das die spektakulärsten, weil ungewöhnlichsten, Features auf der Platte sind, kommen doch noch einige weitere Highlights. Zum Beispiel „Ostwest“ – ein witziger Ossi/Wessi-Track mit Ostler Joe Rilla und „Ruff Sex Part 1“ mit Harris, George Clinton (!) und Belita Woods, einer P-Funk meets Deine Lieblingsrapper In-den-Club-geh-Hymne. Außerdem immer wieder gerne gefeiert: „Königsklasse“ von Olli Banjos „Sparring 2“. Da spucken die Jungs Feuer.
Leider gibt es auch ein paar kleine Ausrutscher. „Wenn es einen Gott gibt“ mit Celina ist leider so gut wie unhörbar, weil einem diese nölige Dame recht schnell auf die Eier geht, gleiches gilt für den komisch schmalzigen und leider auch nicht besonders unterhaltsamen „Badesong“ mit „My Neck, My Back“-Dame Khia und DJ Tomekk als Produzenten.
Die sind allerdings auf jeden Fall zu verkraften und so bleibt eine gute Zusammenstellung von Features quer durch alle Stationen der sido-Karriere. Auch wenn man alle sido-Alben zu Hause im Regal hat, findet man auf „Eine Hand wäscht die Andere“ Raritäten und ungewöhnliche Tracks vom ehemaligen Maskenmann, wegen denen sich die Investition evtl. doch noch mal lohnen könnte.










