“ack To You” ist das Debütalbum der Berliner Band Rich and Kool. Auf 15 Tracks lassen die Jungs, die sich vom Sänger/Produzenten-Duo zur festen Formation entwickelten, Blues, Disco, Rock, Rap, BritPop und US-Indie gemeinsam mit einer gehörigen Portion Coolness in der Do-It-Yourself-Teigschüssel durcheinander fließen. Gemeinsam mit Moses Schneider haben sie ein Album gebacken, das manchmal noch ein bisschen zäh ist, punktuell aber sowohl auf Partys als auch bei Konzerten für Höhenflüge sorgen dürfte.
Gleich der Anfang ist einer der leckersten Kekse auf “Back To You”. “The Wingman Welcome” bedient sich herzhaft beim Blues, mündet dann aber in das zeitgemäßere (und tanzbare) “Wingman”. Auch im Folgenden bleibt die Band, die auf dem Duo Rich und Serge Kool gründet, als Initiator und Begleiter für exzessives Tanzbeinschwingen Garant. “The Girl Who Fell To Earth” funktioniert da hervorragend, ebenso “Runaway Eyes”. Nicht nur im “L.J. Jitterbug” höre ich The Faint raus, womit ich der Platte jetzt auch mal Wohnzimmer-Tauglichkeit zuschreibe. “Back To You” bietet also auf den ersten Blick eine echte Auswahl im Muffin-Regal, was auch Chikinki, IAMX und Bloc Party meinen, die Remixe aus der Rich and Koolschen Küche bestellten. Letztere wünschten sie sich sogar als Toursupport - spätestens hier wird das Potenzial zu 3-Sterne-Musikern deutlich.
In “Tous Comptes Faits” feuert mir plötzlich französischer Rap entgegen. In "Love Junky" traut man sich einen Ausflug in seichte Jazz-Gefilde zu. Da wird noch einmal mehr die Vielseitigkeit dieser Jungs deutlich, die sich auch im Gebrauch von drei Sprachen auf dem Album manifestiert. Die Gitarre rockt, funkt und schmettert in bester The Rapture-Manier auf mal “echten”, mal elektronischen Beats mit fetzender Bass-Note, gerne begleitet von sägenden Lead-Synthies. Allerdings kochen die Jungs auch nur mit Wasser, was alle Vielfalt und auch produktionstechnische Qualität nicht verhehlen kann. Vielleicht ist es mir doch etwas zu staksig? Zu spröde? Geben die Vocals wirklich das her, was so ein Stil verlangt? Es hakt im Katapult.
Über weite Strecken ist Rich and Kool schon ein Klassealbum gelungen, was “Back 2 U” (Tanz-Hit) und “Airbubbles In Oil” (schön ausformulierte Ballade) noch einmal unterstreichen. Ich glaube aber, dass da noch mehr kommen kann. “Back To You” ist ein Debütalbum, das im langwierigen Entwicklungsprozess im Probe-Keller entstanden ist - Spitzenköche beherrschen ihr Handwerk aber so gut, dass sie spontaner, intuitiver und einfach mehr aus dem Handgelenk arbeiten können. Insofern sind Rich and Kool trotz aller Kulturschmelze vielleicht doch ein bisschen zu sehr aus den Klischee-Eigenschaften der Deutschen gemacht. Aber: Reinhören lohnt sich auf jeden Fall, sei es Album oder Konzert - im Auge behalten! Z.B. hier (http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=2024723535) mit dem Zusammenschnitt eines Konzertes in Berlin.











