uck Nr.1: Italo-Disco. Ich mein’, davon hab ich schon gehört. Ich hab auch schon Songs gehört, die man mir als Italo-Disco vorgestellt hat. Und ich geb’s zu: Als Outsider habe ich dieses Genre pars pro toto einfach mal belächelt.
Nen Plan haben sieht anders aus.
Nichts desto trotz sagt mir “Disco Romance” von Sally Shapiro von Anfang an zu. Selbst Individuen mit notorischer Abneigung gegen 80er Jahre Elektro-Sounds können an dieser Platte Gefallen finden, weil Sallys herzenswarme Stimme mit im Spiel ist. Die Schwedin wurde von Johan Agebjörn beim Weihnachtsliedersingen entdeckt. Der gute Mann ist ein Fan von Italo-Disco-Songs und meinte, dass Sallys Stimme da toll zu passen würde. Also schrieb er ihr einen Hit (“I’ll Be By Your Side”), spielte ihn ihr vor und sie sagte zu.
Und jetzt kommt Fuck Nr.2: Sally ist so schüchtern, dass ihr keiner beim Singen zuhören darf. Johan leiht sich also ein gutes Mikro, lässt sie damit allein im Wohnzimmer und geht draußen Rasen mähen. Auch in der Folge, als der Song im besten Internet-Highspeed durch Musik-Foren reist, möchte sie keine Konzerte, kein Video, möglichst keine Fotos. Das treibt doch das Massengut Musik total ins Paradoxe, immerhin hören abertausende von Musikfans ihre Stimme auf CD, aber noch niemand kam persönlich, live und in Farbe in den Genuss. Man weiß ja noch nicht mal ihren richtigen Namen...!
Hört unbedingt mal in diese CD rein, die genauso skandinavisch ist wie die Werke von Röyksopp, Annie und Nils Petter Molvaer - und doch ganz anders. Schwermütig-tanzbar ist für mich einfach eine verdammt reizvolle Kombination, die Sally Shapiro, ihr Produzent Johan Agebjörn und Co-Producer Wolfram Eckert auf einem abwechslungsreichen und gut hörbaren Album perfekt umsetzen.











