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"Clap Your Hands Say Yeah" von Clap Your Hands Say Yeah
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"Clap Your Hands Say Yeah" von Clap Your Hands Say Yeah

enn eine Band ihr Debütalbum präsentiert ist es meist angebracht, ein paar Takte zur Band selbst zusagen - denn man kennt sie ja noch nicht. Wenn eine Band aber ihr Debütalbum selbst produziert, selbst vertreibt und selbst promoted - dann sind noch ein paar Takte mehr sicher noch besser. Tatsächlich haben Clap Your Hands Say Yeah eine Indie-Traumkarriere hingelegt und standen Mitte 2005 als die wohl heißbegehrteste US-Band ohne Label da.

Mittlerweile sind die fünf gut untergekommen bei Wichita, bekannt für Veröffentlichungen anderer US-Indie-Größen wie Bright Eyes oder den Yeah Yeah Yeahs. Und gerade erstere haben viel zu tun mit Clap Your Hands Say Yeah - vor allem was Konstellation und Stimmgewalt angeht. Conor Oberst regiert nicht nur über Bright Eyes, sondern auch über das US-Label Saddle Creek (The Faint, Azure Ray, Bleep Bleep) und organisiert eifrig. Alec Ounsworth nimmt die Songs für CYHSY zuhause in Philadelphia auf und bringt sie erst dann in den Probenraum nach Brooklyn, wo der Rest der Band wohnt. Die angesprochene Stimmgewalt steht Oberst zumindest in Polarisation in nichts nach - viele werden sie nicht mögen und viele andere großartig finden. Es steht fest, dass hier mal wieder eine aufregende Stimme die große Bühne betreten hat; seine Linien sind sehr spannungsvoll und lassen einfach interessiert zuhören.
Und wo die Vergleiche so einen netten Aufhänger bieten: Es bleiben sogar noch Gemeinsamkeiten in der Thematik der Songs. Wo sich die Bright Eyes als Gegner des Irak-Krieges engagieren, zieht sich auch durch das Debütalbum von CYHSY eine Spur von Kritik an der US-Regierung. Auch wenn mir die meisten Texte eher unverständlich entgegenstrahlen, wird das doch recht deutlich in Songs wie "The Details of the War", "The Skin of my yellow Country Teeth" oder "A Tidal Wave of Young Blood". Dabei wird aber niemand penetrant oder zu populistisch, es ist wirklich lockere Musik. Gerne benutzt man verspielte Intermezzos verzerrter E-Gitarren oder klopfende Geräusche aus dem Syntheziser, überhaupt hört man der Band ihre Jugendlichkeit deutlich an. Und das ist natürlich gut so, auch wenn ich es nicht erwarten kann einen Song wie "In This Home on Ice" auf dem nächsten Album in etwas reiferer Form zu hören. Aber: Clap Your Hands Say Yeah debütieren mit einem schlüssigen, gut funktionierendem Album und dürfen sich Vorbild nennen für viele Musiker, die keinen Plattenvertrag haben, die Demokratisierung der Musikproduktion aber erfolgreich nutzen können.

K. Haller
titel
01 Clap Your Hands! | 02 Let The Cool Goddess Rust Away | 03 Over And Over Again (lost and found) | 04 Sunshine and Clouds (and everything proud) | 05 Details Of The War | 06 The Skin Of My Yellow Country Teeth | 07 Is This Love? | 08 Heavy Metal | 09 Blue Turning Gray | 10 Is This Home On Ice | 11 Gimme Some Salt | 12 Upon This Tidal Wave Of Young Blood
Release: 20.01.06 bei Wichita
|http://www.wichita-recordings.com/|
Künstler-Homepage: http://www.clapyourhandssayyeah.com
cover
Bewertung:
4/5