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"Soundso" von Wir Sind Helden
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"Soundso" von Wir Sind Helden

ir Sind Helden habe ich ja immer mehr als Ärgernis nebenbei betrachtet, wo man sich jetzt nicht besonders drauf einschießt - eigentlich überhaupt kein Interesse zeigen mag. Obwohl Judith Holofernes sicher zu den interessanteren Frontfrauen Deutschlands gehört, lässt mich die Konstellation männliche Band/weibliche Sängerin mit pawlow’scher Kausalität würgen. Zuviel haben die Kollegen von Juli, Silbermond, Die Happy, Guano Apes & Co in den letzten Jahren angerichtet, um hier unvoreingenommen zu sein. Und das macht es so schwierig für “Soundso”, das eben gerade die Oberflächlichkeit mit Sinn paaren möchte.


Ein schöner Mischling hätte das werden können: Da nehm’ ich mir mal ein paar gewichtige Themen frei nach meiner Facon und verpacke die in einer so eklektischen wie schamlos aufpolierten Fassade größtenteils langweiligen Rocks. Unter oben genanntem Paradigma ist Holofernes’ Stimme einfach platt und nervig, trotz oder auch gerade wegen ihres hohen Wiedererkennungswertes und ihrer coolen Schnörkellosigkeit. Gemeinsam mit dem süßlichen Sound weiß ich gar nicht, wie mir geschieht: Mal wird meine Aufmerksamkeit hoffnungslos überfordert, mal schalte ich schon nach Sekunden ab.
Nun, wollen mir mal nicht zu muffelig sein. Vielleicht liegts ja auch an dem grauen Wetter draußen oder der umständlichen Bemusterung, die die CDs von Labels wie EMI mittlerweile nur noch als digitalen Stream in meinen Computer speist und die tägliche Freude auf den Gang zum Briefkasten wie auch das Öffnen des Umschlags, das Bewundern des gedruckten Artworks und das ständige Rotieren im CD-Player obsolet macht. Man kann ja auch was Gutes finden an den Helden: So klingen einige Songintros z.B. angenehm nach Pinback. Wobei hier allerdings der Vergleich wieder schadet, fehlt doch trotz ähnlichen Songwritings hier alle Lässigkeit und Passion, die die amerikanischen Kollegen auszeichnet.

Anderer Pluspunkt: Die denken sich ja auch mal was hinter all der Oberflächlichkeit. Ob es nun um Krieg geht (“Der Krieg kommt schneller, als du denkst”) oder um die vor allem im Vorfeld verschiedener französischer Präsidentschaftswahlen so erfolgreiche Instrumentalisierung von Angst (“Endlich ein Grund zur Panik”) - Inhaltslosigkeit kann man der Band nicht vorwerfen. Ich nehm’ der Band aber einfach nicht ab, was sie da erzählt. Vielleicht liegts am Plastikkostüm, vielleicht hab ich was gegen singende Frauen, vielleicht widerstrebt es mir auch einfach, jedem Thema diesen widerlichen Partyoptimismus aufzupfropfen, der die Spuren zwischen WM-Ekstase und G8-Protest zu verwischen droht. Wir Sind Helden stehen an der Grenze zu untersten Schublade, wo die Sportfreunde Stiller mit bayerischer Gemütlichkeit thronen - und sich kackendreist mal neben der deutschen Nationalmannschaft, mal neben Sir Bob Geldof und seinem G8-Proteststab sonnen.

K. Haller
titel
01 (Ode) An die Arbeit | 02 Die Konkurrenz | 03 Soundso | 04 Für nichts garantieren | 05 Kaputt | 06 Labyrinth | 07 The geek (Shall inherit) | 08 Endlich ein Grund zur Panik | 09 Der Krieg kommt schneller zurück als du | 10 Hände hoch | 11 Stiller | 12 Lass uns verschwinden
Release: 25.05.07 bei Labels
|http://www.labelsmusic.de/|
Künstler-Homepage: http://www.wirsindhelden.de
cover
Bewertung:
2/5