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"Us Fools" von Moore & Sons
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"Us Fools" von Moore & Sons

oore ist Chris Moore, einst Trommler bei Negative Approach. Seine Söhne entstammen laut Promo-Info solchen feinen Kapellen wie Yo La Tengo, Lambchop und Calexico. Us Fools ist des Vaters fünfte solo Singer/Songwriter-Platte – die Söhne sind zum ersten Mal dabei.

Das alles hört sich für mich erstmal ziemlich freakig an. Hier wird ja fast alles zusammengewürfelt, was der Markt zu bieten hat. Die Bandmitglieder entstammen verschiedenen Stilrichtungen (man bedenke, welche Entwicklungen sich da auch bandintern vollzogen haben…) Bunt gemixt ist weiterhin die Masse an Instrumenten, die auf der Platte zum Zuge kommt: Klavier, Orgel, Kontrabass, Schlagzeug, Mandoline, Banjo, Akkordeon, diverse Bläser – um nur einen Teil zu nennen. Und das versehen mit Moores rotziger Punkröhre. Ich muss ein bisschen skeptisch sein, ob das gut wird.

Zugegeben: Ich mag die Platte schon allein wegen des Artworks. Es hat mich ein bisschen an die traurige Episode aus der Unendlichen Geschichte erinnert, als Atréjus Pferd Artax im Moor versinkt. Aber so traurig wie das Cover vermuten lässt sind die Songs gar nicht. Dur und Moll halten einander die Waage. Beim Hören bleibt der freakige Eindruck durchaus bestehen, aber dennoch nimmt das Ganze irgendwie Gestalt an: Punk passt gar nicht schlecht zu Folk und Jazz. Der Opener „Carried Away“ setzt mit schlichtem Piano ein, schöner 3/4 Takt und gesanglich ist es gar nicht so krass wie es bei manch anderem klingt, der eigentlich in der Punk/Hardcore-Szene beheimatet ist. Die Trackliste ist sorgfältig zusammengestellt: Die guten Songs überwiegen und hin und wieder wird einer dazwischengestreut, der mich einfach nicht anspricht. „Slight Comparisons“ ist ein solcher. Ich kann es nicht richtig benennen, aber das Lied ist irgendwie monoton, für meinen Geschmack zu sehr Western-like… Der 1 Min. 11 Track „Firefly“ beweist, dass es das Piano ist, das diese Platte hörenswert macht – zwar keine großartigen virtuosen Fähigkeiten, aber die Melodien sind eingängig, wie es der Blues ja wohl auch vorsieht. “Swinging Bridge“ swingt so sehr, dass es mindestens zum wohlgesonnenen Mitwippen ermuntert. Und spätestens ab dem schönen instrumentalen Interludium lassen sich die Gliedmaßen eigentlich nicht mehr ruhig halten. Auf jeden Fall mein favourite der Platte zusammen mit dem vorletzten Track „Shady Nested“.

Dafür, dass Chris Moore eigentlich aus einem 3-Akkorde-Genre kommt, ist „Us Fools“ auf jeden Fall ein Zeugnis von Musikalität und Vielfalt und geht weit über normales Singing / Songwriting hinaus. Trotzdem muss man schon Freund von Blues, Jazz und Folk sein, um die Platte so richtig zu mögen. Ich finde es wohl einfach irgendwie charmant, was Chris Moore, Gary Langol, Adam D Gold, Tom Gavin und Dennis Cronin hier präsentieren. Und die Musik taugt in jedem Falle dazu, bei einer Tasse Tee von der Unendlichen Geschichte zu träumen. Das Cover hat Chris Moore übrigens selbst gemalt. Auf seiner Homepage gibt’s mehr davon.

L. Krutzinna
titel
01 Carried Away | 02 Linger Here Awhile | 03 Deep Pools | 04 Slight Comparisons | 05 See What It Brings Out | 06 Clouds On Ground | 07 Firefly | 08 Swingin Bridge | 09 Raffle | 10 Invisible Companion | 11 Good For It | 12 Suprise Me | 13 Shady Nested | 14 Loose Gang
Release: 06.07.07 bei Triumphant Sound
|http://www.triumphantsound.co.uk|
Künstler-Homepage: http://mooresong.com
cover
Bewertung:
3/5