eider ist “Playtime Is Over” mal wieder so ein “letztes Album“ Ding. Wenn auch nicht so komplett konsequent, kündigt Wiley immer mal wieder an, dass nach diesem dritten Album Schluss sein soll.
Das wäre extrem schade, denn das Spiel geht doch gerade erst los. Mit Dizzee Rascals kommendem Ding und „Playtime Is Over“ stehen die Zeichen gut, dass die beiden ewigen Pioniere Grime doch noch mal zu einem Hype außerhalb nerdiger Kellerclubs in East-London und Berlin verhelfen. Zu wünschen wäre es ihnen. Denn dieses Wiley-Album ist ein Brett. Der Rückzug auf alte Werte hat ihm dabei sicherlich geholfen, denn hier schielt der gute Mann deutlich weniger in Richtung Mainstream als bei den letzten Roll Deep-Eskapaden. Vom ersten Track an zucken die Hi-Hats nervös über bollernde Bässe, verrückte Synthies und Wileys wunderbar hektische Ausführungen über Grime, sich und die anderen. Egal ob er über seine Heimat („Bow E3“), alte Weggefährten („Letter 2 Dizzee“), Grimes kleine Zickereien („Getalong Gang“) oder seine Tochter („Babygirl“) rappt, Eski-Boy ballert alles mit einer Energie und Intensität raus, die den großen Brüdern im Rap-Geschäft oftmals schon lange abhanden gekommen ist. Auch die, zum Großteil von Wiley höchstpersönlich produzierten, Beats sind verdammt frisch. Neben wahren Bangern wie „50/50“ und „Eski-Boy“ gesellen sich ruhigere, nachdenklichere Tracks wie „Nothing About Me“. Die für ein vernünftiges Album nötige Vielseitigkeit ist also gegeben, auch wenn Grime oftmals ein Mangel an eben dieser vorgeworfen wird. Features gibt es nur wenige. Eine Dame namens Rachel hat zwar eine schöne Stimme, aber reißt die R&B-Grime-Fusion „Come Lay With Me“ auch nicht wirklich rauß. Nicht so meins. Scorcher spuckt ein bisschen Feuer auf „Flyboy“ und Jukie Mundo unterstützt seinen Kollegen auf dem unglaublich pumpenden „Stars“. Ein Highlight des Albums ist das bereits erwähnte „Baby Girl“. Auf eine angenehm unpeinliche und teilweise wirklich amüsante Art und Weise richtet sich Wiley hier an seine gerade geborene Tochter. Ein eher poppiger Song, ohne aber aufgesetzt zu wirken. Coole Sache.
Ich freu mich jetzt schon aufs splash!, wo man die Banger dieses Albums live feiern kann. Aber auch für den Heimgebrauch hat „Playtime Is Over“ einiges zu bieten. So ist das Ding wirklich ausgewogen und ein wichtiges, da ziemlich durchgehend verdammt gutes, Album für Grime.










