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"Tinsel Stars" von The Experimental Pop Band
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"Tinsel Stars" von The Experimental Pop Band

iese Band macht es dem Rezensenten einfach, könnte man meinen. Sie legt sich nämlich mit ihrem Namen schon auf ein Genre fest - wo das Schubladisieren von Musik vielen Kollegen da draußen doch so eine große Freude bereitet. Experimental Pop ist aber nun auch keine gewöhnliche Gattung, da ja eigentlich zwei Extreme aufeinander prallen: Wo einige sagen, Pop sei etwas, das konventionelle Strukturen bemüht, behaupten andere, das Wort stehe einfach für “populär” - was den Begriff natürlich nicht mal annähernd einkreist. Nun gilt experimentelle Musik aber als unkonventionell und muss sich meist fern des Mainstreams behaupten - kein Wunder also, dass “Tinsel Stars” eine zwischen Genie und Wahnsinn pendelnde Durchschnitts-Platte ist.

Erstmal sollte man wirklich festhalten, dass die Jungs von The Experimental Pop Band ein Talent zum Songwriting haben. Die Songs gehen flott ins Ohr und nerven auch nach wiederholtem Hören nicht. Insofern ist das “Pop” im Namen der Briten, der signifikante Ähnlichkeit mit The West Coast Pop Art Experimental Band - einer psychedelischen Rock-Band aus dem Los Angeles der späten 60er - besitzt, zumindest in meinem Verständnis gerechtfertigt. Inhaltlich bedient man sich eklektisch an allerlei Genre-Schnittmengen, würzt “A home for my baby” z.B. mit einer gehörigen Portion Stoner Rock. Im Großen und Ganzen befinden wir uns hier aber in einer mit Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussions und Synthie versehenen, britpoppenden Garage - was zum nächsten Absatz überleitet.
Und dieser zweite Absatz sammelt dann mal Kritik an “Tinsel Stars”, in der der Aspekt “Garage” eine die Hauptrolle spielt. Die Songs sind teilweise first takes - der allererste Aufnahmeversuch wurde also beibehalten. Das finde ich ja eigentlich eine gute Sache, weil es der Musik Frische verleiht und sie vor Vertüftelung schützt. Andererseits muss man sich in diesem Fall echt entscheiden, ob man das über ein ganzes Album hinweg noch schön findet. Denn diese sonst ja eher charmante Rumpelei im Sound haben sich The

Experimental Pop Band zum Stil-Merkmal erkoren, was einige der Song-Perlen auch unangenehm verwässert. Da findet der Synthie nicht immer den richtigen Platz im Arrangement und röhrt dazwischen. Am Schlimmsten ist es dann aber beim Gesang von Davey Woodward, der seine Phrasen nicht richtig aussingt, auch rhythmisch eine Ebene für sich allein zu haben meint und dann natürlich in der Intonation munter jedem Ton eine ganz ordentliche Streubreite zumisst. Ich für meinen Teil entscheide mich für die Ablehnung und schiebe “Tinsel Stars” erstmal wieder ins CD-Regal, weil es hier eben nicht mehr charmant, sondern schon aufdringlich ist, wie die Garagenherkunft zelebriert wird.
Es ist immerhin das fünfte Album dieser Band und quasi als Thema oder Konzept haben die Jungs die Loops dieses mal unterm Bett gelassen, wollten einen Live-Sound fixieren. Kann ja bei der nächsten Scheibe noch klappen. Freuen würde es mich schon.

K. Haller
titel
01 Tinsel Stars | 02 Can You Explain This? | 03 Hello | 04 Jodie | 05 Wrapped Up and Warm | 06 Say That You Want Me | 07 A Home For My Baby | 08 Walk | 09 Subtitled | 10 Cable Cars | 11 Dislocation | 12 Made For Me | 13 Make Me Happy
Release: 08.06.07 bei Triumphant Sound
|http://www.triumphantsound.co.uk|
Künstler-Homepage: http://www.experimentalpopband.com
cover
Bewertung:
2/5