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"Our Ill Wills" von Shout Out Louds
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"Our Ill Wills" von Shout Out Louds

ie Shout Out Louds sind zu fünft, sie kommen aus Schweden, sie sind gerade von einem großen Majorlabel zum beschaulichen Kleinling Haldern-Pop-Recordings gewechselt und haben seit ihrer Gründung 2001 schon eine Menge Länder inkl. USA betourt. Da habt ihr die Hard-Facts - jetzt hört gefälligst selbst rein! Na. Quatsch. Dafür werde ich ja nicht bezahlt.

Aber ich will diese Rezension mit einem Bandnamen beginnen, der nicht identisch ist mit dem Namen der Band, die die hier vorliegende Platte “Our Ill Wills” gemacht hat. Schon beim Immergut-Festival, wo das Quintett in der Headliner-Position begeistern konnte, beugte ich mich klugscheißerisch erst zur rechten Nachbarin, dann auch zum linken Nachbarn und schrie beiden nacheinander die Worte: “Hört sich verdammt nach The Cure an” ins Ohr. Nun mag das eine Band sicher nicht gerne hören, wenn sie in den Schatten von großen Vorbildern gestellt wird oder man sie gar als Plagiateure bezichtigt. Aber Adam Olenius’ Gesang ähnelt zumindest passagenweise dem von Robert Smith so sehr, dass man ersteren Vorwurf durchaus mal durchdenken kann. Auch im Sound und in den Songstrukturen gibt es auffällige Ähnlichkeiten. Vielleicht habe ich auch einfach The Cures “Disintegration” zu oft gehört. Oder zu wenig The Smiths gehört, um wiederum Bezüge zu denen herzustellen (ja, ein Song heißt “Meat Is Murder”). Nun - beenden wir diesen unangenehmen Eingangsexkurs kurzerhand mit den Feststellungen: Es gibt echt schlechtere Bands, mit denen man verglichen werden kann - im Endeffekt gibt es ja auch keine zwei Menschen mit der gleichen Hörerfahrung - beim genaueren Hinhören will man auf jeden Fall eher Begriffe wie “Zitat”, “Anlehnung”, etc. verwenden.
Und - das muss dann auch noch klipp und klar gesagt werden - mit einem Plagiat haben wir es hier auf keinen Fall zu tun. Das wird im Folgenden noch deutlich werden, aber hier kann ich vielleicht auch erstmal den nächsten Satz anbringen, den ich wiederum beiden BegleiterInnen bei oben genanntem Festival ins Ohr trompete: “Ich kenn’ die Songs alle nicht, aber ich glaube schon, dass die richtig groß sein können” - diese Meinung zementiert das Langspiel-Album “Our Ill Wills” nämlich. Da gibt es so viele Höhepunkte, mit denen man seine Zeit auf so wunderbare Art und Weise verbringen kann. Es ist ein wirklich tolles Album, geschaffen für allerhöchste Gefühle. Wie ein Spaziergang im Frühling, wenn die Seele langsam entfrostet und man immer wieder stehen bleibt, um sich mit Blütenduft zu betören, einen Sonnenstrahl zu genießen oder kurzen Blickkontakt mit einem freundlichen Eichhörnchen hat.

Dann freundet man sich mit diesen Momenten an und wird stürmisch umarmt - “Impossible” geht gleich ins Ohr und richtet sich dort auch als willkommenes Inventar ein. Oder man muss erstmal ein bisschen forschen und wühlen, wie bei dem von der “Keyboarderin” (eigentlich Klavier, Orgel, Moog und Glockenspiel) Bebban Stenborg gesungenen “Blue Headlights”. Natürlich fehlen auch nicht die Erlebnisse, die von Anfang an interessieren, aber erstmal ein wenig reifen müssen - wie es bei mir erstaunlicherweise mit dem als Single und Opener fungierenden “Tonight I Have To Leave It” der Fall ist.
Da bleibt mir nur noch der Ratschlag: Vergesst all das, was ich geschrieben habe wieder und macht euch selbst auf den Weg. “Our Ill Wills” ist eine Perle, die eigentlich alles hat. Die Shout Out Louds klimpern hemmungslos auf einer richtig großen Klaviatur. Und das dürfen sie auch, denn sie sind verdammt groß.

K. Haller
titel
01 Tonight I Have To Leave It | 02 Parents Livingroom | 03 You Are Dreaming | 04 Suit Yourself | 05 Blue Headlights | 06 Impossible | 07 Normandie | 08 South America | 09 Ill Wills | 10 Time Left For Love | 11 Meat Is Murder | 12 Hard Rain
Release: 25.05.07 bei Haldern Pop Recordings
|http://www.haldern-pop.de/de/label|
Künstler-Homepage: http://www.shoutoutlouds.com
cover
Bewertung:
5/5