an muss es sich vorher klarmachen: Understatement ist nicht die Stärke von Mumm-Ra. Das zeigt sich im Promo-Info (“’These Things Move In Threes’ zählt auf jeden Fall zu den einzigartigsten, besten und erstaunlichsten Debüts des Jahres 2007”), welches aber auch nur konsequent den musikalisch eingeschlagenen Weg fortführt. Dieser ist so schamlos und offensiv, dass man sich fast wünscht, Mumm-Ra würden etwas geringere Ambitionen an den Tag legen...
Denn dieser Wahnsinn, den “These Things Move In Threes” bietet, ist einerseits wirklich ziemlich geil, andererseits scheint die Band dem auch noch nicht zu 100% gewachsen zu sein. Aber gehen wir noch mal einen Schritt zurück: Im Jahr 2007 kommt man als Musikfan an Mumm-Ra wirklich kaum vorbei. Die fünf Jungs, gerade mal zwanzig Lenzen auf dem Kerbholz, haben aus dem Tee-Club, der sie als 15jährige Außenseiter in der englischen Provinz Bexhill-On-Sea miteinander verband, eine Band geformt, die zunächst die lokalen Scheunen mit ewigen Impro-Sessions (bei der die Zuschauer mitmachen konnten) beschallte und dann relativ zügig von Columbia unter Vertrag genommen wurde. Um ein Album mit dem legendären Produzenten Martin Glover aka Youth aufzunehmen, dieses in den Abbey Road Studios abzumischen und so den Konkurrenzkampf mit den anderen britischen Emporkömmlingen aufzunehmen.
”Ich bin jetzt bereit für den großen Sprung”, sagt Sänger James “Noo” New, ”alles ist fertig, mit dem Album sind wir zufrieden, es ist genauso geworden, wie wir es uns erhofft hatten, und wir sind reif für die große Achterbahnfahrt”. Da hört man schon die Ansprüche raus, die die Band an sich selbst stellt. Aber verdammt - die sind doch noch so jung, da wird der Erstling doch nicht gleich die Charts hoch klettern müssen...? Nun, “These Things Move In Threes” ist sehr massentauglich. Der Sound ist großartig, die Songs gehen gleich ins Ohr - sie sind einerseits interessant, was vor allem den Psycho-Pop-Anfangstagen der Band geschuldet sein wird, andererseits ist hier aber auch nichts so ungewöhnlich, dass man die Jungs für Freaks halten könnte.
All diese Vorzeichen machen mich einfach misstrauisch. “Ich mache mir Sorgen, dass es zu groß geworden sein könnte”, bestätigt Noo, “ein wenig bombastisch ist es ja ausgefallen, aber ich glaube nicht, dass wir zu weit gegangen sind. Man kann es entweder als eine große Platte von einer großen Band betrachten, oder als eingebildete 21jährige, die meinen sie wären Pink Floyd oder so.” Da hat der gute Mann den Nerv getroffen. Meines Erachtens hält vor allem seine Stimme den Ansprüchen nicht immer stand - für Power-Pop-Monster wie “Out Of The Question” ist die hohe Klangfarbe zwar bestens geeignet, in dunkleren Liedern wie “Light Up This Room”, “These Things Move In Threes” oder “Down Down Down” nervt sie aber auch schnell mal. In den guten Momenten tschirpen, krachen und picken die zwei Gitarren um die Wette, so dass sich z.B. “Song B” oder “Sick Deal” sofort in dein Zimmer drängeln und alles andere in den Schatten stellen. Manchmal greifen Mumm-Ra das epische Leuchten von Post-Rock-Vorbildern wie Mogwai auf, manchmal hängen sie sich voll in die Power-Pop-Schiene rein, dann schauen sie uns wieder vom schmutzigen Boden an, auf dem sich die Libertines immer so vergnügt gebalgt haben.
Fazit: “These Things Move In Threes” ist ein verdammt interessantes Debüt, dessen Anschaffung für Fans der “Hypebands” Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs, Kooks, etc. eigentlich ein Muss ist. Mir persönlich fehlt dem dann nur noch ein wenig Tiefe, damit sich Mumm-Ra im Pop-Olymp einrichten dürfen - aber die kommt sicher mit dem Alter. Fragt sich nur, wieviel höher die fünf Jungs ihre Maßstäbe überhaupt noch setzen können.











