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"Black Lives At The Golden Coast" von The Icarus Line
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"Black Lives At The Golden Coast" von The Icarus Line

he Icarus Line sind so etwas wie die Anti-These zu den neuen Rockbands à la Strokes, Franz Ferdinand, Maximo Park, etc. Bei denen muss Rock’n’Roll noch kreischen, pulsieren, “anti” sein und schocken. “Black Lives At The Golden Coast” ist nun das dritte Album und für mich fühlt es sich mal echt gut an, ähnelt im Großen und Ganzen aber eher einem Besuch im Echsenzoo.

Tjaja, die Jungs kommen aus Los Angeles, machen Musik seit sie Teens waren und haben auch eigentlich gar nichts anderes im Sinn. Beim zweiten Album “Penance Soiree” im Jahre 2004 gab es dann dieses Vertragsangebot von V2-Records und obwohl sie in der Heimat jetzt wohl total unten durch sind haben sie es angenommen. Die ganze Kiste ist mir sowieso verdächtig: Recherchiert man mal ein bisschen beim Label, bekommt man ständig erzählt, dass The Icarus Line mal einen Tourbus von den Strokes beschmiert haben, was ich albern finde. Und dass sie eine Website gestartet haben, wo man die Telefonnummern von Celebrities bekommt. Mmh, schön und gut. Der dringend notwendige Mythos baut sich hier nicht auf - muss wohl mal zu nem Live-Konzert...

Das bestätigt sich dann auch beim Hören: Manche Lieder auf “Black Lives At The Golden Coast” klingen echt verboten, das ist gut, manche sind sogar schön, das ist auch gut, und die meisten sind halt vor allem psychedelisch, was zumindest auch gut sein kann, wenn man gerade ein bisschen Gras geraucht hat oder so. Hab ich aber gerade nicht bei mir und ich finde sowieso, dass eine gute CD auch nüchtern begeistern muss. Scheiße, gehen wirs mal von vorne durch: Bei “Black Presents” spucken die betrunkenen Echsen munter durcheinander, was mich eher langweilt. Mit “FSHN FVR” kommt dann plötzlich eine total ruhige Nummer, die ich dann mal in die Kategorie “schön” einordnen würde. Zahme Echsen. “Gets Paid” ist dann so ein Song, der einigen Mittvierzigern Tränen in die Augen machen kann, mich aber soweit kalt lässt. Runzliges Reptil. Wenn dann “Amber Alert” erschallt, fühlt sich das verdammt verboten und gruselig an - thumbs up for for greasy reptiles. Am Ende kommt mit “Kingdom” noch mal ein richtig spaciger Rausschmeißer, der wirklich ein bisschen an den Sound von Sun-Ra erinnert.
Also mein Ding ist das nicht so richtig. Bin vielleicht zu spießig, aber ich mag halt die Strokes und Konsorten. Auf “Black Lives At The Golden Coast” gibt es schon - auch für mich- ein paar gute Momente. Sänger Joe Cardamone könnte mal n bisschen zulegen, aber die Jungs wissen schon, was sie tun. Wenn ihr also mal wieder eure Eltern oder Freunde oder was auch immer schocken wollt, ist dieses Album wohl bestens geeignet. Es sei denn, eure Eltern waren selbst mal Mitglied im Reptiliengehege.

K. Haller
titel
01 Black Presents | 02 FSHN FVR | 03 Gets Paid | 04 Slayer | 05 Sick Bitch | 06 Amber Alert | 07 Black Lives At The Golden Coast | 08 Frankfurt Smile | 09 Victory Gardens | 10 Committed Extinction | 11 Golden Rush | 12 Kingdom
Release: 29.06.07 bei V2 Records
|http://de.v2music.com/|
Künstler-Homepage: http://www.theicarusline.com
cover
Bewertung:
2/5