„anguage Barrier“ heißt soviel wie „sprechender Barren“ und bezeichnet populäre Turngeräte, die in der Lage sind, grundlegende Bedürfnisse und Wünsche akustisch zu artikulieren. Ein passenderer Titel ist für das Ambient-Album von Lusine Inc somit im Grunde kaum denkbar.
Diese Ambient-Platten haben ja immer (abgesehen von der Sprachbarriere) dieses besondere Problem der Gradwanderung zwischen netter Stimmungsmusik und schnöder Trivialität. Bevor ich anfing zu schreiben lief „Language Barrier“ bestimmt zehnmal nebenbei durch, während ich lernte, las oder putzte. Hängen geblieben ist da ehrlich gesagt nix. Es bedurfte schon einer intensiven Listening-Session um in den Nuancen der Veränderungen eine besondere Ästhetik zu finden.
Der erste Track, an dem meine Gedanken dann doch festhielten war „Caught In The Middle“. Hier begrüßt ein leiser Flughafenlärm, in den sich alsbald ein verhalltes Glockenmotiv streut. Vermutlich merkt man erst so recht bei der Durchsage, bei der Passagiere aufgerufen werden, dass es sich um einen Flughafen handelt – obgleich die Geräuschkulisse ständig da ist. Das Bemerkenswerte an diesem Track fand ich, dass der Ort des Flugplatzes, der ja doch bei den allermeisten Menschen eher negativ assoziiert wird (Stress, Angst den Flug zu verpassen, Diebstähle, etc.) versucht wird neu zu prägen. Die Tonfolgen, die den Flugzeuglärm mal intensiver, mal schwächer umspielen und zumeist aus diffusen Glockenklängen bestehen sind durchweg verflucht fröhlich.
Während ich aber eben diesen ersten Erkenntnisstrohhalm umklammere, merke ich dann auch, dass der Track insgesamt aber auch Minimalisten als eher asketisch-spannungsbeladen erscheinen dürfte.
Mit „A Day Apart“ verhält es sich nicht so viel anders. Die Instrumentierung ist wieder sehr leicht und froh und obgleich sich hier dann doch noch ein paar etwas unruhigere Bässe finden, die versuchen die festen Muster zu durchbrechen, bleibt das Lied ein Lied, das vorbeizieht - ohne, dass man aufgehorcht hätte. Klar, es stört auch nicht, aber es ist schon sehr schlicht gewandet.
Ein Stück weit ist dies aber eben auch auf die Schlankheit der Arrangements zurückzuführen. Mehr Dichte kann „Jetstreams“ zum Beispiel bieten. Gesangsschnipselchen werden gepitcht und durcheinandergesampelt und leiten durch den Song. Die Basis aus Knistergeräuschen und Glockenspiel schafft dazu eine wesentlich vollere Grundlage als in vorangegangenen Tracks und ist somit auch wieder etwas mehr catchy. Jestreams sind ja glaub ich so Winde, die ultraschnell durch sehr hohe Sphären zischen. Auch wenn die anderen Songs schon ziemlich langsam waren, so muss dieser Songtitel auch eher als Euphemismus gesehen werden.
Überhaupt wird die Platte zum Ende eher besser. Ich bin etwa geneigt „Without Standing“ als eine Art Trip-Hop-Trennkost zu bezeichnen. Es wechseln sich hier grummelige Bässe, galante Pianolinien und Lo-Fi-Noise so ab, als hätte man Trip-Hop-Songbestandteile zerlegt und einfach hintereinander gefügt, was tatsächlich zusammengehört. Macht aber nix! Ist eher schön, wenn man da von etwas übertrieben intensivem Bass überrascht wird, ohne dass es Grund gegeben hätte, diesen zu erwarten.
Nun, mir persönlich ist die Platte schlicht und einfach zu ereignisarm. Ich finde es grundsätzlich schon nett, an schlichten Songs herumzuhören bis ich Unterschiede und Regelmäßigkeiten finde, aber das hier ist mir einfach zu glatt. Alles super produziert und so, aber ruhige Musik braucht meinem Geschmack nach eben auch einige Kanten und Haken, an denen das Ohr hängen bleibt. Das ist hier alles ein bisschen zu harmlos.










