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"Shifting Through The Breakers" von Morgan Finlay
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"Shifting Through The Breakers" von Morgan Finlay

as vermutlich Höchste was wohl einer Frau passieren kann, ist einen kanadischen Singer/ Songwriter zu heiraten (Magagin-Redakteure mal außen vor gelassen). Morgan Finlay ist da vorne mit dabei. Songs in drei Sprachen. Emotionen, Poesie, Groove. Und eine verflucht angenehme Stimme.

Und als wäre dies noch nicht genug, fächert er sein Programm sehr weit auf. Ganz sanft beginnt er mit „(in)Security“, in dem Morgan Finlay zunächst bloß zu einfachem Gitarrenpicking singt. Hinzu gesellt sich bald einfaches Violinenspiel und irgendwann auch noch leise eine zweite gezupfte Gitarre. Obgleich Finlay eine enttäuschte Liebe besingt, ist das Lied nicht schwermütig. Vielmehr findet sein Schmerz Ausdruck in der erstaunlich munteren Zeile „I’m not sure I’ll get what I paid for“.
„Merge“ ist viel poppiger. Um einiges schneller und um Schellenring, Schlagzeug und Backround-Gesang ergänzt, scheint dieser Song wie maßgeschneidert für ein Samstagnachmittag-Airplay zwischen Roxette und Alanis Morissette.
Zwei weitere Songs folgen, die nicht so ganz überzeugen. Im ersten Fall fehlt ein wenig Kontur und Griffigkeit; im zweiten Fall beschränkt sich ein abermals rockiger Song auf einen recht linearen Verlauf.
Dann wartet Morgan Finlay mit einer ersten Überraschung auf. Wie der Titel „Bei Dir Sein“ verrät, hat der Sänger sich hier für einen deutschen Text entschieden. Zu sanftem Gitarrenspiel raunt Finlay fast ohne Akzent die Zeilen des Schlafliedes. Schlaflieder sind meiner Meinung nach ohnehin ein schändlich missachtetes Genre, aber Finlay zeigt, was man daraus machen kann. Die gewählten Worte klingen alle sehr ähnlich und verbinden sich mit der warmen Stimme zu einem heimeligen Mantra, das sicher hervorragend in den Schlaf zu geleiten vermag. Das Stück lehrt obendrein prima den Umgang mit der deutschen Sprache. Vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere deutsche Sänger ermutigt, die Schwere des Deutschs durch den Gebrauch einfacher Worte abzuschütteln – so wie hier geschehen.
„I Meant To Get You Back“ zeigt wunderbar, wie Finlay mit Texten arbeitet. Die Zeilen scheinen sehr konfus und zusammenhanglos. Es werden keine Geschichten erzählt. Vielmehr werden aussagekräftige Bilder aneinander assoziiert. Finlay mischt immer wieder Aussagen hinein, die an eine Frau gerichtet sind. So wirken die Texte erfrischend lebendig und authentisch. Denn denkt man nicht genau so: Bilder, Sätze, Fragen, Erinnerungen – alles auf einmal und durcheinander? „Do I remember… could I forget? Did fallen leaves not cover our feet?“
„Take The Edge Off” bereitet mit viel Spannung und fast eruptiven Ausbrüchen auf “Mescaline” vor. “Mescaline“ ist wiederum der energetische Höhepunkt des Albums und Morgan Finlay muss nun wirklich nicht rot werden, wenn ich ihm hier unterstelle, sich nicht hinter 3 Doors Down verstecken zu müssen.
Mit „Blessing And Burning“ geht das vielschichtige Album zu Ende. Die Instrumentierung ist sanft an Western angelehnt. Dezent fiedelt eine Violine im Hintergrund und man wird mit einem rundum wohligen Gefühl entlassen, das von einer luftigen Melancholie durchzogen ist.

S. Krutzinna
titel
01 (in)Security | 02 Merge | 03 Night At The Mercury | 04 Sound Of Industry | 05 Bei Dir Sein | 06 I Meant To Get You Back | 07 Mourir D'Envie | 08 Take The Edge Off | 09 Mescaline | 10 Blessing And Burning
Release: 06.08.07 bei Radar Music
|http://www.radar-music.cms-domain.de|
Künstler-Homepage: http://www.morganfinlay.com
cover
Bewertung:
4/5