“tanding In The Way Of Control” kommt in einer “new version 2007” noch einmal auf den Markt. Eigentlich erschien die Platte schon 2006 beim Hamburger Label Lado, dass mittlerweile aber leider, leider mehr oder weniger den Betrieb eingestellt hat. Jetzt also das Re-Release bei Columbia, das auch noch zwei Bouns-Tracks im Programm hat. Tanzbar, Punk, R’n’B - das sind die drei Gossip-Tags, die eine angesagte Mischung ergeben.
Drums, Bass, Gitarre und Gesang, das verrät noch nicht viel von der Musik auf “Standing In The Way Of Control”. Wenn man jetzt aber das Schlageug als absolut Disco-freundlich, die Saiteninstrumente als permanent schmutzig und den Gesang von Beth Dito als kraftvollen Blues attribuiert, entsteht eine Vorstellung von dem pikanten Sound. Das Ergebnis ist absolut tanzbar, geht sofort ins Ohr und will bzw. soll dort auch gar nicht mehr weg. Besonders auffällig ist die mal erfrischende, aber auch mal verstörende Kantigkeit, die Gossip an den Tag legen. Das merkt man zunächst am Gesang, hier lässt die Intonation sehr viel Platz für Färbungen. Was der Satz ein wenig euphemistisch verschleiert, ist, dass es manchmal ziemlich wackelt im harmonischen Gebilde. Auch die Instrumente klingen schon mal unrein...
Es ist halt eher Punk als Pop und das finde ich auch gut so. Produzent Guy Picciotto (Fugazi) und die Band werden sich schon etwas dabei gedacht haben, diese “Schwankungen” nicht mit technischen Korrekturmaßnahmen auszugleichen. Wenn jemand mit einem durchschnittlichen Gehör (wie ich) diese Ausflüge wahrnimmt, dann muss doch Absicht dahinter stecken.
Das lässt dann auch umso mehr Spielraum für die Power in der
Stimme und herrliche Schrammeleien in der Band. Es klingt herrlich ehrlich, was Gossip machen: Ohne Schnickschnack, mit einer sehr unvermittelten Produktion gibt das Album amtlich auf die zwölf. Somit ist “Standing In The Way Of Control” z. B. perfekt geeignet als Küchensound, wenn der Morgenkaffee dampft und das kleine Radio neben dem Herd mal richtig aufgedreht wird. Natürlich funktioniert die Musik auch im Club - das müssten Ausgeh-Freunde ja schon festgestellt haben. Weniger Freude hat man dann aber mit Kopfhörern, so wie ich gerade, der ich ausnahmsweise im ICE sitze - und der Soundtrack im Kopf will einfach weder zu den anderen Fahrgästen noch zum sachlichen Design des Zuges passen. “Shake it!” will ich da rufen, “benutzt doch mal euren Arsch”.
Gelegenheit dazu bieten dann auch die beiden Bonus-Tracks: “Listen-Up” wurde in einer neuen Version als Sahneklecks drauf gepappt, den dann der Soulwax-Remix von “Standing In The Way Of Control” noch mit einer leuchtenden Kirsche versieht.











