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"Hahnenkampf" von K.I.Z.
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"Hahnenkampf" von K.I.Z.

.I.Z. – Der Hype der Stunde. Wenn Berlins Chaos-Label #1 Royal Bunker mit Universal paktiert um einen Haufen Rapper mit rohem Fleisch und Kettensägen auf Promofotos und Pimmel als Logo zu promoten muss da wohl gerade was Großes passieren.


So ganz schlagartig kam der Rummel aber bei weitem nicht. Schon 2005 landeten die Jungs mit dem Streetalbum „Das DeutschlandKettenSägenMassaker“ und der zugehörigen Track „Hurensohn“ einen ordentlichen Undergroundhit. 2006 folgt mit „Böhse Enkelz“ ein Mixtape, das als Grundstein für die heutige Aufmerksamkeit gewertet werden muss. Mit Interpretationen von Tracks von den Beginnern bis Xavier Naidoo werden K.I.Z. zum Geheimtipp auf Campus und Schulhof. Das überraschende: Vor allem auch Nicht-Rap-Hörer finden den kranken Scheiß aus dem Bunker witzig, neu, originell.
2007 nun endlich das „richtige“ Album. „Hahnenkampf“. 19 Tracks K.I.Z.. Mal von vorne in die Fresse gesprungen, mal von hinten mit dem Messer in die Rippen. Die Grenzen des guten Geschmacks werden strapaziert oder einfach überschritten. Rapper werden ausgestopft und Bö(h)se Mädchen zum Sexsymbol stilisiert. Es wird geraucht, gesoffen und gekotzt. Über Schmuck und Kappen kann woanders gerappt werden. Auf „Hahnenkampf“ werden die Ellenbogen ausgefahren und gefeiert. Rap ist das sowieso nicht mehr. Staiger hat es gesagt: Dies ist Rock’n’Roll. (So sind die Jungs nach der Ablehnung im Rap-Bereich auch bei der Rock-Abteilung von Universal untergekommen).
„Ellenbogengesellschaft (Pogen)“ und „Geld Essen“ als Singles waren die perfekte Einstimmung. Unglaubliche Tai Jason-Bomben die vor allem live alles Abreißen. Es finden sich viele weitere geniale Momente auf „Hahnenkampf“. Wie die Jungs auf „Herbstzeitblätter“ der Szene den Spiegel vorhalten und den ganzen Dipset/Spitter-Kram parodieren ist großartig. Dass man Sozialkritik auch mal unverkrampft frisch verpacken kann beweisen sie zusammen mit Terrorgruppe-Sänger MC Motherfucker auf „Schwarz, Rot, Geld“. Auch hier dürften sich einige peinlich berührt wieder finden: „Triff dich in Heiligendamm, ‚ich schleiche mich an’ - mein politisches Programm“. Daneben gibt es aber auch die fröhlichen Pöbel-Attacken, die K.I.Z. nach wie vor ausmachen: „Spasst“, „11. Plage“ und „Hahnenkampf“ treffen böse mit Punchlines über die man manchmal auch kurz nachdenken muss. Intelligenz und Bildung blitzen gerade in den dreckigen Momenten immer wieder deutlich auf. Für alle Zitate- und Referenzen-Nerds gibt von J.B.O. bis Grandmaster Flash wieder jede Menge zu diggen.

„Früher gab’s für so was Retalin, heute Applaus“. Wahre Worte. Applaus.

M. Schmutzer
titel
01 Geld essen (Ausgestopfte Rapper) | 02 Klassenfahrt | 03 Spast | 04 Böhses Mädchen | 05 Hahnenkampf | 06 Lass uns feiern | 07 11. Plage | 08 Whirlpool | 09 Wenn es brennt | 10 Pauch It | 11 Der Schöne und das Biest | 12 Walpurgisnacht | 13 Schwarz, Rot, Geld | 14 Ellenbogengesellschaft (Pogen) | 15 Herbstzeitblätter | 16 Seekuh | 17 Neuruppin | 18 Der durch die Tür Geher | 19 Klassenfahrt RMX
Release: 24.08.07 bei Royal Bunker
|http://www.royalbunker.de|
Künstler-Homepage: http://www.k-i-z.de
cover
Bewertung:
5/5