er Prinz hält die Füße einfach nicht still. Das letzte Streetalbum ist noch nicht aus der iPod-Playlist der Fans geflogen, da kommt mit „Zeitlos“ schon das nächste Ding in die Läden. Das nächste „richtige“ Album „Der Thronfolger“ soll dann im März nächsten Jahres folgen.
Um die Zeit bis dahin für alle Wartenden zu verkürzen hat sich Prinz Pi entschieden alte und unveröffentlichte Songs mit neuen Beats zu versehen und diese neu zusammengestellt zu veröffentlichen. Neben Hausproduzent Biztram war dabei das Newcomer-Produzententeam The Royals für die musikalische Untermalung federführend.
Klar ist das irgendwie eine Resteverwertung. Das Ding ist aber, dass die Resteverwertung beim Output-Monster Pi immer noch spannender ist als das Zeug, was viele Laberköpfe da draußen als Album raus bringen. Schon das Booklet ist eine kleine Zeitreise. Fotos von der Beatfabrik, Pi und Umfeld von vor 10 Jahren sind amüsant und ein Stück Deutschrapgeschichte. Gleiches gilt für die Tracks von „Zeitlos“. Die „Homie Hymne“ war beispielsweise in der ursprünglichen Version auf der „Radium EP“ vertreten, dem ersten richtigen Solo-Ding von Prinz Porno 2001. Ebenso geschichtsträchtig ist „Ausser Kontrolle 2007“ ein Remake eines Tracks von allerersten Porno-Lebenszeichens „Porno Privat“ 1998. Ganz neu hingegen ist der Eröffnungstrack des Albums „Wolken vor dem Mund“. Mal wieder eine Abrechnung mit der Szene, von der Pi ja bekanntlich nicht so viel hält. Guter Track, aber wirklich nichts Neues. Neu ist der Rest naturgemäß auch nicht, aber coole Tracks sind trotzdem massig dabei. „1-9-9-6 Jubiläum 2006“ lässt die Geschichte des Prinzen Revue passieren. Gleiches gilt übrigens auch für (wer hätte das gedacht) „Mein Leben 2007“. Daneben hört man z.B. auf „Homie Hymne 2007“ und „Wie auf den Arm tätowiert (Sash 2007)“ viel über Einflüsse und Wegbegleiter seit den ersten Tagen im Rap-Zirkus. Weitere Themen sind die Liebe für Oldschool-Videogames („16Bit vs. PS3“), die große Liebe („Liebes Lied 2007“), dumme Menschen („Ralle 2007“), Verschwörungen („Zeichen der Weisen 2007“) und Berlin („Willkommen in Berlin“). All das wird Pi-typisch abgeklärt vorgetragen. Alles gute Tracks. Die neue Instrumentierung der angesprochenen Produzenten kann dabei voll und ganz überzeugen.
Optimaler Zwischensnack bis zum nächsten Festmahl. Natürlich ist nicht alles 100% oberes Pi-Niveau, aber überflüssig ist die Zusammenstellung auf keinen Fall. Für alte Fans ein gut aufgearbeiteter Rückblick, für neue Fans eine gute Möglichkeit sich dem Frühwerk von Prinz Pi zu nähern.
Snippet bei Rapidshare (http://rapidshare.com/files/43661973/zeitlos_snippet.mp3.html)










