rgendwie schizophren wirkt es, dieses Album: Der Titel “Sendung/Signale” fällt durch die Unterteilung mit Schrägstrich auf, das Artwork schockt gleich durch eine krasse schwarz/pink-Optik und die Musik mischt munter Rock und Elektro. Da ist es kein Wunder, dass auch der Bandname Genepool einem Konzept entspringt: Immerhin sind Musiker von Scumbucket, Ken, Intern. Friendship Society und Smoke Blow dabei. - Ich schlürfe andächtig aus dem urbanen Shaker...
Gut runter geht sie ja, die Mischung. Eingängige Songs lassen “Sendung/Signale” schnell durchlaufen - es prickelt zwar auf der Zunge, aber rotzbesoffen werde ich nicht davon. Man vergisst die Platte dann recht schnell wieder, ohne sich weiter darum zu kümmern. Einige Lieder sind wirklich nett zu hören; die kicken, würzen, krachen und schieben, können easy nachgeträllert werden und eignen sich sowohl für vor dem, nach dem und in dem Club. Andere nerven mich schon beim ersten Durchhören. Soweit so gut - Review kann abgeschlossen und Platte eingemottet werden.
Halt! - Was ist denn mit Track sechs namens “Dead Radio”, der wohl aus einem rein elektronischen Baukasten entstanden ist? Ein erneuter Durchlauf der Platte zeigt nicht nur, wie dominierend die Synthesizer eigentlich auftreten - was ja an sich auch nichts neues wäre - sondern das sich auch Gitarre und Schlagzeug immer wieder an die elektronischen Legosteine anlehnen. Beispiel: Die Gitarre im Vers von “Susperia”. Auch treten Alltagsgeräusche auf, so z. B. quietschende Reifen, Motorenbrummen und Ähnliches in “Just A Dream”. Der Schluss der Platte, “Zählzeit”, ist sogar eine abstrakte Sammlung von Geräuschen und Sprachsamples - düster klingt das, als ob es direkt in einem Funkraum im Krieg aufgezeichnet wäre.
Überhaupt ist das hier übrigens eine ziemlich dunkle Platte! Gerade am Ende des Werk ist immer wieder von Selbstmord die Rede und eigentlich jedem Track merkt man mindestens eine Spur Unzufriedenheit mit der Welt an. Dabei soll es laut Promo-Info, in das ich mittlerweile auch mal geschaut habe, nur so wimmeln von Zitaten. Die beziehen sich aber eindeutig auf Bands jenseits meiner musikalischen Sozialisation - die sich bis auf das aufreibende Aufarbeiten einiger Kraftwerk-Alben an den Bands zeitlich nach den Genepool-Referenzen verlustierte - so dass ich davon nicht viel merke.
Egal. Auf jeden Fall steckt in der Kiste mehr, als man beim oberflächlichen Betrachten so mitkriegt. Ein anspruchsvolles Album also, dass trotzdem auch leicht bekömmlich ist. Jetzt bin mal gespannt, wie die Jungs sich live so machen. Mit Jack Letten von Smoke Blow hat man schließlich einen hervorragenden Frontmann. Und ob sie pink oder schwarz angezogen sein werden...?











