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"Dark On Fire" von Turin Brakes
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"Dark On Fire" von Turin Brakes

ie Turin Brakes sind zurück! Und wer die Jungs schon mal auf der Bühne gesehen hat wird sich freuen, denn die zwei Masterminds Olly Knights und Gale Paridjanian haben diesmal ihre Live-Band mit ins Studio genommen. Es ist das fünfte Album der zwei Londoner und schon das vierte beim Major Virgin Records. Was die Veränderungen bewirkt haben und ob “Dark On Fire” mit einer Nominierung für den Mercury Prize rechnen darf ( wie sie das Debütalbum “The Optimist LP” bekam) erfahrt ihr im Folgenden.

Zunächst muss man hier mal mit ein paar Vorstellungen aufräumen, die sich möglicherweise fälschlich in euren Köpfen aufhalten. Denn bei Wikipedia sind die Turin Brakes in mehreren Artikeln dem “New Acoustic Movement” zugeordnet worden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so richtig, ob das nach “The Optimist LP” überhaupt noch gelten konnte, aber bei “Dark On Fire” ist das definitiv nicht mehr der Fall! Mit dem Lo-Fi-Charme einer Akustikaufnahme hat diese Platte nämlich nix mehr zu tun, statt dessen hören wir Hochglanz Pop Deluxe mit Sahne oben drauf und Kirsche auch noch.
Ist ja auch eigentlich keine schlechte Sache. Die Band ist halt endlich mal mit im Studio, nachdem die Besetzung in den letzten sechs Jahren ohnehin nicht mehr geändert worden war - da muss man auch schon mal ein wenig polieren dürfen. Komische Sache am Rande: Die Turin Brakes hatten schon vorher versucht, ihre Bühnenkollegen mit ins Studio zu zerren, was aber jedes mal in einem “komischen Desaster” scheiterte - weiß der Himmel, was die da gemacht haben. Diesmal wurden die Songs jedenfalls von allen zusammen geschrieben, dann erstmal ausgiebig live getestet und konnten dann auch relativ schnell und problemlos eingespielt werden - oft hats sogar gleich im ersten Versuch geklappt.
"Ethan (Johns, Produzent von “Dark On Fire”, Anm. d. Autors) was really firm about keeping the live essence of the performances," sagt Knights, "We're perfectionists by nature, and sometimes we'd be in the corner of the room, quietly seething, because we wanted to fix something. But we knew that he was probably right. And when we heard it all back at the end it was a wonderful moment." Ich sag mal: Gut, dass der Mann sich da durchgesetzt hat. Denn wenn dieses Album noch mehr aufgemöbelt worden wäre, hätte es sicher einiges von der Schönheit verloren, die da jetzt doch immer noch drin steckt.

Der kräftigste Track ist sicherlich der Titelsong “Dark On Fire”, der fast das Zeug zum Klassiker hat - und weitgehend auf die Band verzichtet. "It's when you're alone in the dark and there is a point where you can either give up or you can make something spectacular happen,” so Knights Idee, die er als Metapher für den Prozess des Musimachens sieht: “The phrase became a mantra for what this album is about. It's a leap of faith; the idea of truly believing that you have a special purpose in making this music.".
Dieser Song ist die Ausnahme auf dem Album, welchem man ansonsten den Bandeinfluss stark anhört. Trotzdem macht es dabei eine gute Figur, wenn auch der Zauber für mich ein wenig verloren geht. Ist im Songwriter-Genre halt immer so eine Sache - manchmal übersättigen die Lieder einfach und verstecken ihre eigentlich Bedeutung. Den Charme von schrammeligen Akustik-Aufnahmen sucht man hier jedenfalls vergeblich, wer es gerne ein bisschen pompöser mag wird dafür allerbestens bedient. Und wegen Mercury Prize: Keine Chance! Den gibts für Klassiker - und diesen Status verdient “Dark On Fire” als Ganzes leider nicht.

K. Haller
titel
01 Last Chance | 02 Ghost | 03 Something In My Eye | 04 Stalker | 05 Other Side | 06 Dark On Fire | 07 Real Life | 08 For The Fire | 09 Timewaster | 10 Bye Pod | 11 Here Comes The Moon | 12 New Star
Release: 14.09.07 bei EMI Records
|http://www.emimusic.de|
Künstler-Homepage: http://www.turin-brakes.de/
cover
Bewertung:
3/5