a, auch bekennende K.I.Z.-Pöbel-Rap-Fans haben mal so Abende wo sie mit Rotwein und Baguette auf dem Sofa herumlungern und gute Musik hören wollen. Solch gepflegte Uncoolness braucht dann aber zumindest einen coolen Soundtrack. Mein momentaner Favorit: Timo Lassy.
Timo Lassy ist ein Jazz-Saxophonist aus Finnland. International bekannt wurde Lassy vor allem für sein Mitwirken bei der Band U-Street All Stars, die zwei Alben bei Blue Note Records veröffentlichten. Nun ist der gute Mann „solo“ unterwegs und macht Jazz wie ich ihn liebe. „Early Move“ steigt mit rollenden Drums ein, Bass gesellt sich dazu, Timo Lassy lässt sein Saxophon drüber säuseln und die Horn-Section setzt kurze prägnante Akzente. Die Platte hat für mich schon gewonnen. Bei „Live At The Timber Yard“ wird es dann funky, aus dem Hintergrund dringen begeisterte Bar-Geräusche und Lassy wagt sich mit seinem Instrument in die höheren Tonlagen vor. Im Gegensatz dazu werden bei „Universal Four“ eher ruhige Töne angeschlagen. Entspannt plätschert der Sound der Band über die fünf Minuten vor sich hin ohne einschläfernd zu wirken. Dafür macht Lassy zu viel Action mit seiner Tröte. Tracks wie „Sweet Spot“ sind so Musik die ich mir in Cocktail-Bars wünsche, wenn die seichte Cafe del Mar-Platte zum dritten Mal am Abend durchläuft und es keinen zu stören scheint. (Im Grunde kann das Zeug ja auch keinen stören und es klingt ja sowieso alles gleich. Warum also CDs wechseln?). Wenn Timo Lassy bei „Love Moan“ dann die wirklich gefühlvolle Seite seiner Musik zeigt, ist man endgültig überzeugt, dass hier einer alles kann. Leider endet „The Soul & Jazz Of...“ mit „African Rumble“ nach nur 45 Minuten viel zu früh und abrupt. Aber es ist natürlich wie immer: Lieber nur 8 Tracks und die sind es alle wert auf der Platte zu sein, als 16 und die Hälfte ist überflüssig.
So kann man zu Timo Lassys Solo-Debüt nur sagen: Alles richtig gemacht! „The Soul & Jazz Of...“ ist ein überaus sympathisches und vor allem gutes Album. Dies ist so ein Ding, was man immer mal wieder auflegen kann, wenn man mal spontan eine gute Zeit mit ansprechender Musik haben will. Alben mit solchen Eigenschaften sind selten und entsprechend wertvoll.










