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"Upsets Ducks" von Basteroid
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"Upsets Ducks" von Basteroid

anchmal hab ich das Gefühl Areal Records wäre wirklich nur so ein Inzest-Label, bei dem bloß die Labelgründer ihre eigenen Platten rausbringen. Tatsächlich ist Basteroid auch Labelgründer und sein Mitgründer Metope ist das zweite Zugpferd des Labels. Nun, wenn andere Leute nicht geil genug sind, dann ist es halt so. An „Upsets Ducks“ kommt einfach auch nicht jeder ran.

Wenngleich Basteroid schon auf eine Vielzahl von Veröffentlichungen zurückblicken kann – bei denen aber nun wirklich auch einige Knaller dabei waren – schmeißt er nun erstmals mit „Upset Ducks“ ein Album in den Ring. Das ist nicht nur für ein kleines Label ein großer Schritt, sondern insbesondere im elektronischen Club-Musik-Bereich eine völlig andere Herausforderung als in anderen Genres.
Basteroid muss also ein Album bringen, das sich normale Menschen auch gerne mal zuhause anhören. Beim Bügeln zum Beispiel. Mit bloß nem bisschen Bass und einer Midispur, die im Verlauf des Liedes mal ein bisschen fetter wird und dann wieder normal, kann man da nix reißen.
Aber Basteroid hat ja mehrfach bewiesen, dass er Faxen machen kann. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass er sich wirklich so Vielseitig gezeigt hat, wie auf diesem Album.
„16 Steps Away From The Stars“ zeigt Basteroid erstmal so, wie man ihn eben kennt. Sphärische Synthies, hoppeliger Bass mit kräftig Kick. Ist schön, aber so darf eben kein ganzen Album werden. Wird es ja aber eben auch nicht.
Mit „Jacktales“ entfernt sich Basteroid schon mal ein Stück weit vom Clubsound und bietet einen Track, an dem auch IDMer ihre Freude haben können. Von Dissonanzen bis zu penetrant anhaltendem Gepiepse und gut verschachtelte Beatstrukturen ist da schon einiges dabei, was Hörern von schwieriger Musik gefallen darf – dabei vergisst Basteroid allerdings seine Herkunft nicht und belässt trotzdem einiges an Groove im Track – sodass das Bügeleisen beschwingt über die Falten fegen kann.
„How To Play Piano“ knüpft da dann ganz gekonnt an, hat allerdings einen viel schwereren Klangcharakter. Das liegt insbesondere an dem langsamen, leicht brüchigen Synthie, der über den fiebrigen Beats schwebt. Würde es eine Neuverfilmung vom Pate III geben, der im 21. Jahrhundert spielt, wäre dies auf jeden Fall ein großartiger Track für den tödliche Showdown auf der Theatertreppe.
Wer jetzt denkt, dass wäre hier ne uncoole Studenten-Technoplatte liegt daneben. „Attention: Upsets Ducks“ gibt zum Beispiel richtig Gas und wird dabei auch nicht gerade wenig trancig. Immer mit dabei ist der unverwechselbar holpernde Bass, der auch in „I Want To 3 4“ ganze Arbeit leist. Basteroid sollte für alle Elektro-Artist generell die Basslines programmieren.
Ist überhaupt schön, wenn sich der Gute einfach mal was traut. Je mehr er macht, umso besser werden die Tracks. Das merkt man auch etwa an „Pulsador De Alarma“, bei dem viele schöne Melodien durcheinander holpern. Die letzten beiden Tracks könnten mir noch ein bisschen fetziger sein, gehen aber auch gut klar.
Ich finde, dass die Zeit von, ich nenn's mal: „No-Tension“-Music wie dem meisten Minimal-Zeug einfach vorbei ist. Es ist wieder Raum für Action in der elektronischen Musik (nachdem das in den 90ern ja auch mal überstrapaziert wurde). Und Basteroid geht da genau den richtigen Weg. Ich bin gespannt auf mehr.

S. Krutzinna
titel
01 16 Steps Away From The Stars | 02 Jacktales | 03 How Not To Play Piano | 04 Backstage Ass | 05 Attention: Upsets Ducks | 06 I Want To 3 4 | 07 Pulsador De Alarma | 08 Allright | 09 Un Dos Windows | 10 29 Forever
Release: 17.09.07 bei Areal Records
|http://www.areal-records.com|
Künstler-Homepage: http://www.myspace.com/basteroid
cover
Bewertung:
4/5