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"Artificial Animals Riding On Neverland" von AaRON
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"Artificial Animals Riding On Neverland" von AaRON

ndlich, endlich erscheint AaRONS Debüt! Die Veröffentlichung der Single „U-Turn (Lili)“ liegt nun schon ein gutes halbes Jahr zurück und hat als Titelsong des von Magagin hochgelobten französischen Films „Keine Sorge mir geht’s gut“ für erstaunliche Besucherzahlen im Internet gesorgt.

Mit „Lili“ haben die beiden Herren von AaRON, Simon Buret and Olivier Coursier die Messlatte selbst sehr hoch gesteckt. Das Lied überzeugt durch schlichtes Klavierspiel und wunderbar melancholischen Gesang und wird in erster Linie durch Simon Burets heiser-rauchige, sehnsüchtige Stimme getragen. Nachdem „Lili“ den letzten Schliff verpasst bekam wurde es dem Regisseur Philippe Lioret präsentiert - und der integrierte das Lied nicht einfach in die Filmmusik, sondern machte es zum Thema von „Keine Sorge mir geht’s gut“, indem er sogar die Hauptdarstellerin in Lili umtaufte. Auch Simon Buret selbst findet eine Nebenrolle im Film als Freund von Lilis vermisstem Zwillingsbruder. Angesichts der Tatsache, dass der Song „U-Turn (Lili)“ AaRON zu unverhofft großem Ruhm verhalf, mag es bei der Produktion des Albums schwer gewesen sein, 12 ähnliche Hochkaräter nachzulegen.

Zugegebenermaßen kommen auch nicht alle Songs der Platte an die Single ran. „Lili“ bleibt die Nummer eins. Dennoch ist die musikalische Vielfalt des Albums absolut lobenswert. Nicht mal die Hälfte der Songs trifft die melancholische Grundstimmung von „Lili“, obwohl doch überwiegend die Moll-Tonarten dominieren. „Don’t worry, life’s easy“ rät das vorletzte Stück „Little Love“ dem Hörer. Diese Botschaft verbirgt sich auch in so manch anderem Song. Melancholie ist schön, aber Traurigkeit keine Sackgasse - so scheint die Formel zu sein, mit der sich AaRONs Songs und die Divergenz von Moll und positiven Texten verstehen lassen. Track fünf, „Blow“, fällt durch den rhythmischen 2/2-Takt auf und treibt Simon Buret in der großartigen finalen Schlusssequenz fast zur Atemlosigkeit, „War Flag“ untermalt den Text durch Marschrhythmen. Diese Songs sind zwar etwas anstrengend, meist vor allem gesanglich – eben keine glattgeschliffenen Popsongs – gerade diese zeigen aber das musikalische Können von AaRON. Besonders sticht auch das einzig französischsprachige Lied „Le Tunnel D’Or“ hervor. So wird zum Einen eine angenehme Auflockerung gegenüber den englischen Texten bewirkt, vor allem ist Französisch aber auch unwahrscheinlich elegant und verleiht der Platte einen Hauch von Charme in Jacques Brel-Manier.

Besonders lobenswert ist die Zeitlosigkeit und Heterogenität der Platte. Alle Trends der Musikszene werden hier trotzig missachtet. Auch wenn sich durchaus Parallelen zu Pearl Jam oder zu den norwegischen Urgesteinen Midnight Choir finden lassen, passt AaRON in keine Schublade. Wahrscheinlich kann man die Platte in 15 Jahren problemlos hervorkramen und sie ist noch immer genauso gut, wenn nicht besser. Wer eine Sammlung von Songs im Lili-Stil erwartet, wird hier wohl nicht befriedigt sein. Gerade das verhindert aber, dass man sich an der Platte satt hört. Dennoch scheint das Lili-Thema als Leitfaden zu dienen. Während „Angel Dust“ textlich eine ähnliche Richtung einschlägt, lässt sich bei „Lost Highway“ auch die musikalische Nähe eindeutig festmachen.

“Don’t care what people say, I’m dreamin’ louder every day” heißt es in „O-Song“. „Artificial Animals Riding On Neverland“ zeigt auf dem Cover eine gestrandete Seejungfrau: Es scheint als hätten AaRON ihr diese Worte in den Mund gelegt.

L. Krutzinna
titel
01 Endless Song | 02 U-Turn (Lili) | 03 O-Song | 04 Mister K. | 05 Blow | 06 Beautiful Scar | 07 Strange Fruit | 08 Angel Dust | 09 War Flag | 10 Lost Highway | 11 Le Tunnel dOr | 12 Little Love | 13 Last Night Thoughts
Release: 06.10.07 bei Discograph
|http://www.discograph.com|
Künstler-Homepage: http://www.aaronwebsite.com
cover
Bewertung:
5/5