ands aus Belgien kennt man als Musikhörer selten, wenn man nicht gerade Stammgast beim Haldern-Pop Festival oder nebenan beim Pukkelpop ist. Dort jedenfalls haben die Hollywood Pornstars schon von sich hören lassen - und das gar nicht schlecht (Magagin berichtete (http://magagin.de/articles_37.html)). - Beim Hören von “Satellites” habe ich mich regelmäßig verschluckt, beim Recherchieren von Material über die Band bin ich regelmäßig errötet und beim Versuch, die Musik auf unter “UK-geprägtem Indie-Rock” einzuordnen, habe ich mir ganz schön den Finger geklemmt.
Das Album ist von einem erfrischenden und dichten Popstrang durchzogen, der diese Zuordnung doch deutlich erschwert. Da geistert aber mal eine gehörige Portion Billy Talent in den 12 Stücken, die die vier Belgier in nur 12 Tagen auf Analogband gerotzt haben. Das Ergebnis ist aber weder flach noch schmuddelig, sondern glänzt und drückt gleichermaßen. John Goodmanson (Death Cab For Cutie, The Gossip, Blonde Redhead) hat da als Mischer ebenso gute Arbeit angeliefert wie Christine Verschorren (Ghinzu) als Produzentin. Wie auch die Band aus Lüttich, die mangelnden Erfindergeist ganz einfach mit Unterhaltsamkeit ausgleicht.
Jeder der 12 Songs geht runter wie Kaugummi: Schmeckt süß, lässt einen gut aussehen (wenn man es nicht gerade mit allzu offenem Mund konsumiert), aber am Ende muss man es wieder ausspucken - sonst verschluckt man sich noch an dem einen oder anderen Ohrwurm, wobei die anschließende Würgerei kein schönes Geschäft ist. Hier halten sich Kracher und Balladen angenehm die Waage; genauso angenehm straight ist die Musik. Kein Schnick-Schnack, eine ehrliche Produktion - und trotzdem ein Klang, der die trashige Rostigkeit, mit der sich einige Musikerfreunde von der Insel gerne rühmen, als Anfängerfehler entlarvt.
Den dringendsten Vergleich mit Billy Talent suggeriert übrigens Anthony Sinatras. Lasst euch von seinem Namen nicht irritieren - seine Stimme hat die gleiche Ähnlichkeit mit einer Ameise, die auch das Organ seines Pendants Benjamin Kowalewicz bei den Kanadiern aufweist. So eine flache, cartoonartige Stimme ist aber auch einfach mal eine nette Abwechslung, auch, wenn Sinatra sie leider nicht bis hin zum Screaming ausreizt. Den ganzen Tag könnte ich das sicher nicht hören, aber es ist ja auch erst die zweite CD der Hollywood Pornstars. Dafür schmeißt Google schon ganz schön viele Hits raus, wenn man ihren Namen eingibt.











