onna Regina sind ein deutsches Avantgarde-Pop-Trio, das Anfang der 90er auf den Plan getreten ist und sich seitdem einen festen Platz in der Szene erarbeitet hat. Man kennt sie nicht nur in Deutschland, sondern auch in Japan für ihre chansonesken Songs mit weiblichem Gesang, weichen Gitarren und reichlich analogen Loops. Diese Mischung gelingt auf dem neuen Album “More” manchmal, aber nicht immer, begeisternd.
Der Opener ist zugleich das Titelstück: “More”. Der Text ist so einfach wie auch bei den restlichen neun Liedern: ”And more and more and more and more / The more you get the more you ask for / Whatever it is / It’s never enough / It’s not about money / It’s all about love”. Simpel, aber schön, was Regina Janssen da mit träumend-flüsternder Stimme singt. Genauso einfach ist auch die Instrumentierung: Ein E-Piano-Loop dreht sich im Kreis, ein weicher Bass steigt ein und ein Glockenspiel bringt das Ganze zum Schwingen.
So läuft es meistens ab bei Donna Regina: Ein komplexes Loop liefert die Grundlage - wobei man hier ja mal genau schauen muss, ob ein sich ständig wiederholendes Loop überhaupt komplex sein kann. Was ich meine, ist, dass das Loop in sich rhythmisch nur schwer zu verstehen ist - wenn es aber sequenziert und ein Beat darunter gelegt wird, gewöhnt man sich daran. Das menschliche Ohr, bzw. der Wahrnehmungsapparat dahinter ist in solchen Dingen ja echt ganz schön fit. Stellt euch vor, jemand spielt euch eine Minute Zufallsrauschen vor und danach eine Minute Rauschen, das aber diesmal aus einem 10-sekündigen Sample besteht, immer wieder aneinander gereiht. Das Ergebnis: Ihr merkt den Unterschied! Das machen sich Donna Regina vor allem in Person von Programmierer Steffen Irlinger zunutze und schaffen so eine spannungsvolle Grundlage.
Da die fertigen Songs dann auch noch saugut produziert sind, also einfach schön klingen, kann man da eigentlich kaum noch was falsch machen. Allerdings ist dieses Lied-Schema zwar sehr ergiebig, aber ermüdet auch nach einer Weile. Also ich persönlich bin von dem Album “More” schon in der Mitte ernsthaft genervt. Es hängt dabei einfach zu viel an Regina Janssens Stimme, die Lied für Lied schüchtern ihre (wie bereits gesagt nicht besonders schwierigen) Texte weghaucht.
“More” ist eine lässige Platte, die sich aber für ein mein Empfinden viel zu weit zurück lehnt. Es ist eine tolle Sache, wie Donna Regina elektronische Komponenten in den analogen Bereich übertragen; der weichgespülte Sound ist aber nicht über die komplette Spielzeit von knapp 45 Minuten ein solches Ereignis, wie er es noch beim Opener ist. Im zur “Abwechslung” auf französisch gesungenen “Là où je suis” wird das Sample aus “Si Senor” von Control Machete (vielleicht bekannt aus dem Film “Amores Perros”) mit “echten” Instrumenten intoniert - auf den ersten Blick nett, aber mehr auch nicht.
So ist “More” ein Album, bei dem sich tolle Höhe- gegen nervige Tiefpunkte kaum durchsetzen können. Der Ansatz ist gut, die Band eigentlich auch - da werd ich mal schauen, was die in der Vergangenheit so geleistet haben. Aber auch für die Zukunft ist es durchaus zu empfehlen, Donna Regina im Blick zu behalten.











