„loudberry“ stellen ihre dritte Platte vor und zeigen, dass Indie-Rock auch ein bisschen schüchterner sein kann. Ohne Pose und Pathos – dafür 14 knackige Songs, die Spaß machen. Und das auch noch aus Frankfurt...
Die 14 Songs verteilen sich auf gerade mal eine halbe Stunde. Bleib also nicht viel Zeit für die einzelnen Songs. Aber ich schätze das auch immer sehr, wenn Bands das Lied auch beenden, wenn alles gesagt ist. Viele junge Bands glauben leider, dass wenn sie mal nen coolen Riff gefunden haben, den auch zu einem sechsminütigen Epos ausschlachten zu müssen. Aber das ist hier nun eben nicht der Fall. Vielmehr bietet sich ein ziemlich rasanter Ritt durch das, was man weithin ehrliche Rockmusik nennt, halt mit Indie-Einschlag. Cloudberrys Entscheidung Kurt Ebelhäuser die Platte produzieren zu lassen, war genau richtig. Der sorgt nämlich – mit Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit zum Beispiel „Blackmail“ – für einen sehr achtbaren Sound. Und im Grunde sind es auch wirklich ein bisschen die Stärken von Blackmail, die sich auf diesem Album wieder finden und die Musik hörenswert machen. Zum Beispiel wäre da getragener, aber nicht aufdringlicher Gesang, wie in „Soulfares“. Ich find es überhaupt ganz angenehm, wenn Musik etwas melancholischer ist, aber dabei nicht sofort dazu auffordert mitzuheulen. Das geht hier sehr gut klar. Aber auch die poppigen Nummer, die keinen Hehl daraus machen, dass sie eben poppig sind, gefallen. So etwa auch das ruhigere „Literally“, bei dem sich unaufgeregtes Gitarrenpicking in die moderat verzerrten Gitarren einfügen. Und am anderen Ende des Spektrums finden sich dann aber auch die Tracks, bei dem junge Mädchen mal die Chucks schwingen können – und um den Hauch an Polemik wieder wegzufegen: „A Feeling Justified“ bringt in eineinhalb Minuten wirklich mal Action. Und ich find’s auch total super in einem kurzen Song kaum mehr zu sagen als „A Feeling Justified“.
Nicht unerwähnt bleiben sollte außerdem noch der Kopf der Band, Marco Pleil, der dieses Projekt eigentlich erst solo angefangen hat. Dieser verabschiedet sich und seine Band mit „Zest“, in dem sich seine eindringliche Stimme gegen vielleicht etwas zu opulente Backing-Vocals durchsetzen muss, aber das auch kann. Wieder so ein komprimiertes Stück Musik, das sich einfach selbst genügt. So macht Gitarrenmusik Spaß, so soll es sein.










