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"The Black & White Album" von Imani Coppola
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"The Black & White Album" von Imani Coppola

ls Kind des Melting Pots New York gilt Imani Coppola als das Paradebeispiel für Kreativität und Inspiration als Ergebnis von Multikulturalität. Dabei macht sie aber eben keinen Hippie-Quatsch, sondern ist unglaublich cool. So wie sich Imanis Sozialisation aus ganz verschiedenen Teilen zusammengesetzt hat, ist nun auch „The Black & White Album“ diesem Einfluss geschuldet, der gegensätzlicher nicht sein könnte. Hier wird ein inflationär gebrauchter Begriff endlich musikalisch definiert: Eklektizismus.

Eklektizismus heißt einfach nur, dass aus verschiedenen Bereichen Elemente herausgepickt werden um etwas Neues zu schaffen und weiterzuentwickeln. Verkopfte Kritiker dichten das jeder zweiten Indie-Band an – obwohl die ganz normal klingen. Ich will nicht sagen, dass Imani Coppola alle Genre-Grenzen mit ihrer musikalischen Vielfältigkeit niederreißt. Es ist vielmehr so, dass sie da keinen Grenzen zu kennen scheint.
„Black & White Jingle #1“ beginnt mit äußerst gemütlichem, weichen, mehrstimmigen Gesang in verschiedenen Oktaven von Imani. Das wird begleitet von Piano und ein bisschen Orgel. Höchst lieblich.
„SpringTime“ als zweiter Track rangiert hingegen irgendwie zwischen 3 Doors Down oder Placebo. Allerdings mit mindestens fünfmal soviel Power. Bemerkenswert ist neben diesem wirklich unheimlich schwungvollen Song besonders das Outro, bei dem sich Frau Coppola an die Violine begibt. Ein Instrument, das sie sogar studiert hat. Man kann also Geige studieren und trotzdem als Frau die ganze Zeit wie ein Rohrspatz schimpfen. Es gibt definitv keinen Song auf der Platte, der ohne Obszönitäten auskommt. Das ist aber auch ganz schön so.

„Woke Up White“ knüpft an dieses Violinen-Outro an – als Punkrock-Track. Und zwar wirklich mit Off-Beats und vier Akkorden. Großartig. Und ich muss auch echt sagen: Es gibt so ein paar Frauen, die sich mit ihrer Stimme an Punkrock rantrauen; und eigentlich immer ist das nur anstrengend. Imani ist sogar beim Shouten großartig – und glaubwürdiger und vor allen Dingen auch cooler als Peaches. Hier ist ja sogar der Ethnien-Bezug explizit im Titel genannt. Und da merkt man auch gleich welche Energie durch diese Reibungen in wirklich multikulturellen Gesellschaften freigesetzt werden, denn die Energie wird hier auf dieser Platte frei!

Es folgenden gefühlvolle und gesanglich anspruchsvolle Soul-Nummer, Pop in Pink-Manier und eine Reihe von Rap-Tracks. Bei letzteren hat sie nicht nur kompetente Gäste, sondern meldet sich auch selbst zu Wort, wobei ihre Rap-Skills wirklich Dipset-Feature-tauglich sind. „Keys 2 Your Ass“ ist wiederum ein R’n’B-Track mit Drive und natürlich der überall präsenten Dirtyness. „I Love Your Hair“ ist hingegen dadaistisch-experimentell. Erinnert ein bisschen an frühen Quatsch-Kram von DJ Koze. Grundsätzlich könnte man wirklich die ganze Review über nur Namedropping betreiben. Einige Referenzen sind so augenfällig, dass es manchmal schon an Imitationen grenzt – aber natürlich denkt man so was nur im ersten Moment, denn Gewöhnlich sein ist das, was Imani Coppola am Fernsten liegt. Und das hört man in jeder Note.

Und so lässt sich auch kein Fazit mit zwei Worten ziehen. „The Black & White Album“ ist eine Momentaufnahme der Musik des 21. Jahrhunderts, aber auch ein Vorbild, dass Musik immer miteinander vereinbar ist und diese ganzen Szenen-Scheiße völliger Kleingeist-Kram ist. Es ist aber auch eine Platte, die man sich allein oder mit Freunden anhören kann und kleine Song-Assoziations-Spiele spielt. Auch für jeden DJ ist was dabei. Einfach ein ganz großes Album, das jeder Musikfreund im Schrank haben sollte.

S. Krutzinna
titel
01 Black & White Jingle #1 | 02 SpringTime | 03 Woke Up White | 04 Raindrops From The Sun (Hey, Hey, Hey) | 05 30th Birthday | 06 Let It Kill You | 07 Dirty Pictures | 08 Keys 2 Your Ass | 09 Black & White Jingle #2 | 10 I Love Your Hair | 11 J.L.I.A.T.O.Y.O | 12 I’m A Pocket | 13 This Is My Chicken | 14 In A Room
Release: 05.11.07 bei Ipecac Recordings
|http://www.ipecac.com|
Künstler-Homepage: http://www.imanicoppola.net
cover
Bewertung:
5/5