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"Hunterville" von Rodney Hunter
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"Hunterville" von Rodney Hunter

odney Hunter wird wohl kaum jemand kennen. Dabei hat vermutlich jeder regelmäßige Clubgänger schon zu seinen Songs getanzt. Obgleich „Hunterville“ erst das zweite Solo-Album von Rodney Hunter ist, blickt der Gute auf eine lange Musikkarriere zurück – und sein Album hat einige grandiose Hits.

Seit 20 Jahren ist der Herr Hunter nun schon im Biz und man merkt seiner Musik an, dass er viele Trends hat kommen und gehen sehen. Mit entsprechender Gelassenheit ist sein Album „Hunterville“ konzipiert. Bei der Beschreibung seiner Musik kommt man definitv nicht am Begriff der „Melange“ vorbei. Auch wenn dieser zum Standardrepertoire der Musikjournalisten gehört – hier passt er. Der Wahl-Wiener (!) lässt mit eingangs erwähnter Gelassenheit die Genres Funk, R’n’B, Downbeat aber auch Dub ineinanderfließen. Dies geschieht so geschickt, dass man wirklich auf der Hut sein muss, um sich gewahr zu werden, was man eigentlich gerade hört. Zumal man sowieso die ganze Zeit mit gemütlichem Grooven beschäftigt ist.

Ein großartiger R’n’B-Popsong ist etwa „Glamour Girl“. Raps und Lady-gerechter Gesang kommen von seiner alten Crew den „Aphrodelics“. Die Musik dazu schafft den perfekten Brückenschlag zwischen smoothem Sound und funkigem Disco-Beat.
„Sync Your System“ streift hingegen deutlich stärker den Funk. Dabei verschwimmen programmierte Beats und Synthesizer mit E-Gitarre zu einem völlig homogenen Sound, der an verrauchte Keller-Gigs erinnert, aber dabei noch glamourös ist. Und das sind schon zwei Gegensätze, die da miteinander in Einklang gebracht werden.
Es geht aber auch funky im Sinne von Prince oder Michael Jackson und der damit einhergehenden Früh-90er Pop-Ästhetik. Dieser Klangcharakter wird jedoch nicht einfach imitiert (woran schon die meisten scheitern würden), sondern behutsam und dezent auf heutige Klangmaßstäbe transponiert, ohne dass Groove verloren geht. Freude macht hier besonders auch die warme Stimme von Jay Sebag, der stimmlich der kleine, nicht so durchgeknallte Bruder von Prince sein könnte.
In all dem steckt aber immer ein Stück Wiener Downbeat. Und es wäre auch verwunderlich, wenn dies anders wäre, da die Platte auf dem Kruder & Dorfmeisten-Label „G-Stone“ erscheint und Peter Kruder dieses Album auch selbst produziert hat. Das rumpelige „Voodoo“ offenbart einiges an Wiener Sound, besonders aber auch „Definition Part 2“, das mit seinem markanten, aber weichen Beat ein wunderbares Stück Downtempo ist.
Das macht dann auch Lust auf mehr Dub, wie man ihn in „Part Of The Mind“ findet, der mit ordentlich Delay schon gleich zeigt wo’s langgeht, denn das Stück ist tatsächlich authentischer Dub, und kein Image-pimpender Abstecher in dies Gebiet.

Insgesamt bleibt das Album aber doch zu schüchtern und zu homogen. „Physical“ ist etwa ein Track, der fünfeinhalb Minuten braucht und dabei erst ganz spät ein bisschen Schwung entwickelt und sonst einfach so dahinplätschert. Der plätschert klasse, aber es entstehen einfach Längen, in denen man sich wünscht dass mal etwas passieren würde.
Etwas mehr Biss und an einigen Stellen ein Portion weniger Gemütlichkeit täten den meisten Stücken gut, die aber allesamt großartig produziert sind.
So ist „Hunterville“ ein hochkultiviertes Album, das hervorragenden Funk für den tristen Spätherbst bietet. Bei den ersten Sonnenstahlen darfs dann aber auch ein bisschen mehr Action sein.

S. Krutzinna
titel
01 Hunterville / Intro | 02 Huntermatic (feat. Shadee) | 03 Wanna Groove? (feat. Jay Sebag) | 04 Glamour Girl (feat. Aphrodelics) | 05 No Stoppin | 06 Definition Part 2 (feat. L'Enfant Terrible) | 07 Physical (feat. Earl Zinger) | 08 Latina Thrilla | 09 Sync Your System | 10 Part Of The Mind (feat. Zeebo) | 11 Universe (feat. Jay Sebag) | 12 Voodoo (feat. Didier) | 13 Love / Outro
Release: 09.11.07 bei G-Stone Recordings
|http://www.g-stoned.com|
Künstler-Homepage: http://www.myspace.com/rodneyhunter
cover
Bewertung:
3/5