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"Hunting Whales" von The Checks
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"Hunting Whales" von The Checks

it ein paar rumpelnden Schlagzeug-Takten beginnt “Hunting Whales”, das Debütalbum der neuseeländischen Band The Checks. Das klingt beim ersten Mal vielleicht ein bisschen so, als würde ein mit Sticks bewaffneter Affe hinter dem Drumset ein bisschen Spaß haben. Natürlich stellt sich aber schnell heraus, dass das ein Wahnsinnsrhythmus ist, der an den richtigen Stellen verschleppt bzw. anzieht und von einem Feeling inspiriert ist, das sich durch das gesamte Album zieht. Die Jungs aus Auckland, alle so um die 20 Jahre alt, greifen bewusst und gekonnt auf die tiefen Wurzeln des Blues zurück.

Deswegen ist “Hunting Whales” nicht gleich altbacken oder überholt - im Gegenteil. The Checks spielen mit einem rockenden Drive, der in der englischen Musiklandschaft für Aufsehen sorgen dürfte. Der Weg von Auckland nach London liest sich in der Bandbiographie wie ein Märchen: “Zunächst konzentrierten wir uns auf Coverversionen, spielten unseren Kumpels vor der Schule zum fünzigsten Mal Nummern wie “Twist And Shout” vor und bestritten unseren ersten Gig mit fünfzehn beim 21. Geburtstag von irgend so einem Typen” setzt Sänger Ed Knowles an und Drummer Jacob Moore ergänzt: “Wir spielten 15 Minuten lang vor dem Supermarkt, verdienten uns 40 Dollar und kauften uns vor dem Gig schnell eine Flasche Whiskey - so erlebten wir einen denkwürdigen Abend”.

In wenigen Jahren wurde dann erst Michael Stipe auf die Truppe aufmerksam und The Checks traten im Vorprogramm der REM-Tour auf Neuseeland auf, dann biss Conor McNicholas vom NME während seiner Ferien in Auckland an und bot The Checks einen Platz auf der 2005 NME New Music-Tour an. Dass Neuseeland interessante Bands hervorbringen kann wissen wir ja seit den großartigen Fat Freddy’s Drop, aber man muss es halt auch erstmal aus der zwar lebendigen, aber isolierten Musikszene der Inseln in den Rest der Welt schaffen. Der Schritt war damit getan, The Checks griffen einen Plattenvertrag ab und zogen nach London, wo sie jetzt mit Ian Broudie (The Choral, The Zutons, Echo & The Bunnymen) ihr Debüt aufgenommen haben.
Die meisten Tracks auf “Hunting Whales” sind so frisch und intensiv wie einer dieser Erfrischungs-Tannenbäume, die man sich an Tankstellen fürs Auto kaufen kann. Knowles lotet seine schmutzige Stimme bis ins heisere Brüllen aus, auch Gitarrensoli werden reichlich und angemessen kurz intoniert. Als Insidertipp kann man The Checks wohl nicht mehr empfehlen, aber es sei doch darauf hingewiesen, dass die Band jetzt noch so richtig heiß ist. Mir ist die Platte fast schon zu intensiv, die Texte rücken aufgrund der offensiven Spielart ein bisschen in den Hintergrund und z.B. beim Titeltrack stelle ich mir dann doch meine Eltern in jüngeren Jahren vor, die zu Led Zeppelin grooven. - Was wohl für keinen Sohn/Tochter eine angenehme Vorstellung ist.
Fazit: The Checks sind unheimlich talentiert, sehr gut ausgebildet und live bestimmt noch mal ne Ecke umwerfender. Übrigens muss man diese Erfrischungsbäume ja auch erstmal ne Weile ausstinken lassen, bevor sie ihren Zweck erfüllen und man so richtig sagen kann, ob der Geruch genehm ist.

K. Haller
titel
01 Mercedes Children | 02 Take Me There | 03 What You Heard | 04 Tired From Sleeping | 05 Where Has She Gone | 06 Terribly Easy | 07 Honest Man | 08 See Me Peter | 09 Don't Wait | 10 Hunting Whales | 11 Memory Walking
Release: 23.11.07 bei Red Ink
|http://www.redinkmusic.de|
Künstler-Homepage: http://www.thechecks.net
cover
Bewertung:
3/5