erzlich willkommen im Land der Globalisierung. Hier finden Sie die Schönheit arabischer Wüsten genauso wie eines der beeindruckendsten Produkte des Korsetts westlicher Kultur: Independent-Musik. Auf einmal waren sie da, Yeasayer. Die Hälfte war mal in einem Barbershop-Quartett, jetzt sind es vier: Vier Multiinstrumentalisten. Der Kartoffelbrei der Welt schmeckt gut, auch wenn er schon recht lange im Mixer war.
Man muss sich erstmal Zeit nehmen, diese Musik zu beschreiben, was kaum möglich scheint: Der eingangs erwähnte Mixer hat ganze Arbeit geleistet. Es braucht eine ganze Weile genaues Zuhören, um die einzelnen Bestandteile aufzudröseln. Reichlich Synthesizer stecken hier drin, aber auch genauso viele “akustische” Beigaben von Stimmen (!), Schlagzeug, Gitarren, Bläsern oder auch diversen ungewöhnlichen Geräuschquellen.
Ehrlich gesagt, klingt das nicht immer schön, aufreizend, berauschend. “Forgiveness” z.B. setzt so ein, dass man sich gleich an die Fahrt in einem schrabbenden, engen Fahrstuhl erinnert fühlt. Rhythmische Komplexität schreiben die vier Musiker, von denen jeder als Sänger, Songwriter, Multi-Instrumentalist und Background-Sänger fungiert, auch gerne groß. Trotzdem stellen sich immer wieder die - für amerikanischen Indie-Rock trotz aller Schluckbeschwerden typischen - großartigen Momente ein. Dass die Band dabei so ungewollt sympathisch vorgeht und weit weg von allem Stimmenfang agiert, macht die Sache noch besser.
Am Besten hört ihr euch Yeasayer erstmal selbst an, was z.B. mit dem Song “2080” auf der Homepage der Band erledigt werden kann. Es wirft natürlich kein unbedingt gutes Licht auf den Kritiker, wenn er solche Anweisungen gibt, aber es ist umso netter für Band, wenn er sich nicht anders zu behelfen weiß. Und das wollen wir Yeasayer nicht gönnen, sondern bewusst zugestehen: Sie machen etwas Neues, etwas Schönes, etwas Gutes - das fühlt man intuitiv. Großer Pop ist es nicht - obwohl Yeasayer im Vorprogramm von Arcade Fire auftreten, wollen sie auch nicht als großer Indie-Pop interpretiert werden. Freunde von künstlicher Monster-Musik werden hier ihren Spaß haben. Aber Vorsicht: Dieser Frankenstein funktioniert! Beeindruckend.











