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"Deaf and blind but with a smile" von The Dope
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"Deaf and blind but with a smile" von The Dope

ands, die heutzutage noch schlichte Rockmusik machen, gibt es entweder schon seit 20 Jahren oder es handelt sich um Formationen, die seit 20 Jahren den Wunsch hegen, das Produkt ihrer kreativen Ergüsse mal auf Platte zu pressen, anstatt nur zweimal im Jahr (bei Freunden) ihr Können zum besten geben zu dürfen (auf Geburtstagen zum Beispiel oder Silberhochzeiten). Auch die Zeiten des straighten Indie-Rock sind ja eigentlich schon fast vorbei. Trotzdem bedienen sich The Dope ganz puristisch nur einer Gitarre und eines Schlagzeugs. Aber The Dope gibt es weder seit 20 Jahren noch kratzen die beiden Herren die fünfzig an. Was geschieht hier?

„Nun ist er da, der erste Longplayer der beiden Indie-Götter aus Niederbayern“ – verkündet die Labelinfo. Wenn ich so was lese, muss ich doch erstmal schlucken, dann schmunzeln, weil das ja nur ironisch gemeint sein kann. Doch dann merke ich: Nee, Ironie ist das nicht. Aber The Dope sind auch definitiv keine Indie-Götter. Bei allem Wohlwollen nicht. Das mit Niederbayern stimmt wiederum, falls sich das Duo, Rudi Maier und Franz Neugebauer, nicht ganz authentische Pseudonyme ausgedacht haben sollte. The Dope kommen aus Landshut, wo wahrscheinlich nicht gerade der Bär steppt. Aber gut, was geschieht nun hier eigentlich?
„Deaf And Blind But With A Smile“ ist ein kurzes, knackiges Rockalbum. 10 Tracks mit Ecken und Kanten und einigen guten Momenten. Die guten Momente häufen sich eher in der zweiten Halbzeit. Zum Beispiel wären da Track 6 und 7 zu nennen. Beides sind überwiegend ruhige Songs. „Me And I Will Die Tonight“ präsentiert unaufdringliches, aber nicht zurückhaltendes Schlagzeug, klaren, schnörkellosen Gesang und einen passablen Text. „The Bareness Of This Moment“ fängt als hübsche, melodische Ballade an. Leider wird mit dem Screaming in der zweiten Hälfte des Liedes alles kaputt gemacht: Damit wären wir auch schon bei den Ecken und Kanten: das Screaming. In Track 1 und 2 kulminiert das in katastrophalen Gesangspassagen. Warum? „My Lung My Heart“ - Alles fängt hier so gut an. Warum müssen dann aber die finalen Akkorde mit so einem stimmbrüchigen Gekreische kaputt gemacht werden. Wäre es sonst zu glatt, zu poppig, zu langweilig? Bei allem Verständnis für Härte und Rauhigkeit, aber das ist hier einfach nur unangebracht.
Rudi Maiers Stimmt ist schön, der Mann kann singen. Aber schreien nun mal nicht. Muss man ja auch gar nicht können, nur dann sollte man es vielleicht lassen oder zumindest auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren. Schlimmer noch als im ersten Song ist der Gesang im zweiten. Gut, „Passion Brain” ist an sich schon ziemlich ungeschliffen, eher rhythmisch als melodiös. Dennoch hätte mir das Album wesentlich besser gefallen, wenn nicht gleich zu Anfang solche gesanglichen Schnitzer meine Laune in den Keller getrieben hätten.
Und unterm Strich ist dieses Album einfach durchwachsen. Die Idee, sich mal auf eine instrumentale Minimalbesetzung zu beschränken, ist gut. Sie wird auch überwiegend gut umgesetzt, der Sound hat keine nennenswerten Mängel. Die Platte ist abgesehen von den wirklichen Faux Pas des Anfangs in Ordnung, durchschnittlich, ganz nett. Aber leider nichts Besonderes.

L. Krutzinna
titel
01 My Lung My Heart | 02 Passion Brain | 03 Miss Marvelous | 04 A Sigh | 05 Hide And Seek | 06 Me And I Will Die Tonight | 07 The Bareness Of This Moment | 08 To Dig My Grave | 09 Trial And Error | 10 A View Over The City
Release: 12.12.07 bei Pretty Pink Records
|http://www.prettypinkrecords.com|
Künstler-Homepage: http://www.thedope.de
cover
Bewertung:
2/5