http://magagin.de/reviews/280
"Watch The Ride" von Zinc
G
"Watch The Ride" von Zinc

roßartige Mixtapes können nur Rap-DJs? Von wegen! Zinc zeigt, was man aus Drum’n’Bass alles rausholen kann. Darüber hinaus illustriert er die Bandbreite, die es innerhalb der schnellen Tanz-Musik gibt und beweist einen erlesenen Geschmack.
Neben zahlreichen Tracks vom eigenen Label „Bingo Beats“ präsentiert uns Zinc noch einige Tracks und Remixes aus eigener Hand. Also alles cool?

Der ganze Spaß beginnt mit einem Track der Traumfrau sämtlicher Drum’n’Bass-Freude weltweit: Jenna G. „In Love“ entstammt ihrem 2006er Album „For Lost Friends“, an dem Zinc auch schon als Produzent mitwirkte – und wenn ich Chef von Bingo Beats wäre und Jenna G. meine kleine Mitarbeiterin, dann wäre ich wohl auch so nett, sie hier das Game eröffnen zu lassen.
Allerdings wird hier in diesem ersten Track erstmal Fahrt aufgenommen, bis sich die Bassline von „Run Off“ von Break unter die energische Stimme der schönen Jenna mogelt. Nun befinden wir uns mittendrin, insbesondere was musikalischen HighSpeed angeht, aber auch was den Spaß-Faktor betrifft. Aber das wirklich Bewundernswerte bei „Run Off“ geschieht nach gut zwei Minuten. Hier setzt erstmal die Bassline von „Piece Of Heaven” von Martino feat. Sacha ein. Eine Bassline, die sich bestenfalls mit dem Motorengeräusch eines Maserati GranSport vergleichen lässt – sowohl was den Klang betrifft, als auch die zugehörigen Attribute: kraftvoll, donnernd, maskulin. Ich nutze in solchen Fällen gern den Oberbegriff „sehr geil“.
Diese Bezeichnung teilt sich der Track in jedem Fall noch mit „The Kindred“ von Ed Rush & Optical, ein Track, der mit der ironisch-versonnenen Ankündigung „That’s what you have been waiting for“ seinen passenden Kick-Off hat. Aber auch mit „Contact“ von Sonic, der ebenfalls noch einen absoluten Burner beisteuert. Wenn man diese drei Tracks als EP auf ne 12“ pressen würde, könnte man sicher mal wirklich viel Vinyl verkaufen.

Besonderes Augenmerk verlangen natürlich die eigenen Tracks von Zinc. Man hat sich schon daran gewöhnt, dass die Jungs im Drum’n’Bass-Bereich ihre Namen öfter wechseln als die Nadeln an ihren Decks. Aber dass innerhalb eines eigenen Releases unterschiedliche eigene Pseudonyme auftauchen, find ich ehrlich gesagt schon strange. Insgesamt finden sich also fünf Tracks von Zinc respektive Dope Skillz. Hinzu kommen noch drei Remixes, sodass tatsächlich rund 30 Prozent maßgeblich selbst gebastelt sind – vom Einfluss durch den Mix mal abgesehen. „Tiger’s Talkin“ von Dope Skillz kommt unheimlich schnell im Ohr an, während „Goblin“ von Zinc etwas zu holprig ist und hektisches Rappen schnellen Tracks auch nicht immer gut tut.
„Super Sharp Shooter“, ursprünglich 1996 unter Mitwirkung von Zinc von der Ganja Kru veröffentlich, feiert hier ein (erneutes) Aufleben als Remix und gefällt immer noch, wieder und sogar noch mehr.
Einzigen eher negativen Ausreißer würde ich „If We Ever“ von High Contrast nennen. Der Track erschien im Juni diesen Jahres und der regelmäßige Clubgänger/ DJ/ Drum’n’Bass-Nerd hat den jetzt auch genug gehört.
Es gibt aber auch brandaktuelles wie den Track „Night“ von Benga und dem Dubstepper Coki, der demnächst beim Dubstep-Label „Tempa“ erscheinen wird, wo sowohl Benga als auch Coki schon solo Singles veröffentlichten.

Nun, ein super Mixtape – das ist klar. Aber es ist auch ein Mixtape, dass wirklich den Spaß an Drum’n’Bass zu vermitteln vermag. Ein Mixtape das zeigt, dass Drum’n’Bass nicht nur Musik für betrunkene Vorstadt-Hippies ist, sondern Musik, die jeden Interessierten ansprechen kann. Und dass Drum’n’Bass keine Musik ist, die sich in den engen Grenzen bewegt, die ihr von Ahnungslosen unterstellt werden. Nachdrücklich zeigt dies auch der letzte Track und somit das Outro von Raf und I'll Logic „Darkness At Noon“, der im Gegensatz zu den ganzen Zweiminütern über fünf Minuten kriegt. In diesen fünf Minuten wehmütigen Abschieds fusionieren Acid Jazz, Funk, Breakbeat und Drum’n’Bass. Alles ist erlaubt.

S. Krutzinna
titel
01 Jenna G - In Love (Zinc VIP Mix) # Boogie Times Tribe - Dark Stranger (Origin Unknown Mix) | 02 Break - Run Off | 03 Martino Feat Sacha - Piece Of Heaven (Zinc Deeper Mix) | 04 Lomax & Focus - 5 Weeks (Stamina VIP) | 05 Dope Skillz - Tigers Talkin' | 06 High Contrast - If We Ever | 07 Break - Surroundings | 08 Ed Rush & Optical - The Kindred | 09 High Contrast - In-A-Gadda-Da-Vida | 10 Benga & Coki - Night (Zinc Mix) | 11 Chase & Status - Hurt You | 12 Zinc - Goblin | 13 Optical - Electric Music # Dkay - Dubplate | 14 Commix - Backchat | 15 Redeyes & Swede - Poetry In Motion | 16 Makoto & Deeizm - Monotonik | 17 Redeyes - Miles Behind | 18 Sonic - Contact | 19 Logistics - Colour Wheel (Friction & K-Tee Remix) # Shimon & Andy C - Nightflight | 20 Drumsound & Bassline Smith - Good Times Roll # Zinc - Japache tease | 21 TC Feat Jakes - Raise The Roof (VIP) | 22 Dope Skillz – Faction # Wots My Code - Dubplate (Total Science 2007 Re-rub) | 23 Zinc - Super Sharp Shooter (Remix) | 24 Raf & I'll Logic - Darkness At Noon
Release: 02.11.07 bei Harmless
|http://www.harmlessrecordings.co.uk|
Künstler-Homepage: http://www.djzinc.com
cover
Bewertung:
4/5