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"Brace, Brace" von Chikinki
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"Brace, Brace" von Chikinki

ie noch recht junge Band Chikinki legt nun ihren Debütnachfolger “Brace, Brace” vor, mit dem sie die Herzen der Indie-Fans erobern und die Ohren der Kritiker überzeugen werden. Denn Chikinki klingt auf “Brace, Brace”, anders als noch auf dem Debüt “Lick Your Ticket”, weniger verschnörkelt und elektronisch, sondern rockiger und geradliniger ohne dabei dem Erfindergeist zu entsagen.

Chikinki präsentiert sich als überzeugende Gitarrenband und legt das Image der quirligen Neo-Dance-Electro-Combo ab. Es sind nun eher die Gitarrenriffs, die den Sound dominieren als komplizierte Loops. Den gemeinsamen Nenner der beiden Platten bewahrt Chikinki mithilfe von Rupert Brownes charakteristischem Gesang, der sich metrisch perfekt in die rhythmische Struktur der Songs integriert. Nahezu jedes Stück auf “Brace, Brace” lädt zum Tanzen ein, die Songs sind straight und dynamisch und die Elektro-Einflüsse finden hier genug Raum, um den Songs eine individuelle Note zu geben und sie vom Indie-Mainstream abzuheben. “Elektro-Rock” kann man auf diese Schublade schreiben, doch Backgroundgesänge oder Streicherarrangements reichern eine angenehme Vielfalt an, die die Band solche Genregrenzen überwinden lässt und Schubladensysteme überflüssig macht.
Nach erstmaligem Hören schließt man diese Platte bereits ins Herz und das einzige, was es hier zu bemängeln geben könnte, ist, dass sich erst künftig zeigen wird wie langlebig die Songs auf “Brace, Brace” dann tatsächlich sind. An Liedern, die sich ganz schnell zu Ohrwürmern entwickeln, kann man sich auch leicht satthören. Vorerst trumpft “Brace, Brace” aber mit Songs auf, die durchaus chartverdächtig sind. Wenn das zweite Stück der Platte “You Said” nicht zum Clubhit

wird, verliere ich meinen Glauben an fähige DJs. Aber auch “Sunrise” wird ganz sicher ein wichtiger Stimmungsmacher für die Live-Gigs der Band. Neben den flotteren Stücken stellen die ruhigeren und melodiöseren einen schönen Kontrast und eine sinnvolle Ergänzung dar, so vor allem “Thrill” oder “Hello Hello” und “You Make It Look Easy”. An diesen Songs wird auch sichtbar, inwiefern sich die Inhalte der Texte verändert haben. So geht es nun eher um Beziehungsprobleme, aber auch um gut funktionierende Beziehungen, um Beziehungskisten halt - und Liebe. Ob man das nun gut oder schlecht findet, ob das nun von Chikinki ernst oder persiflierend gemeint sein mag - laut eigener Aussage wollte die Band mitmachen bei dem großen “It‘s all about clichés”. Geben wir also mal nicht zu viel auf die lyrics und belassen es bei einem ironischen Augenzwinkern.
Also rauf mit der Platte auf den iPod und schon ist jede Bus-/S-Bahn-Fahrt, jeder graue Wintertag, jeder präweihnachtliche Stress nur noch halb so ätzend. Keine Ahnung wie das nächste Album von Chikinki noch werden soll, um anders zu sein und die Entwicklung der Band voranzutreiben. Aber das ist egal. Chikinki ist jetzt. Und jetzt ist Chikinki super.

L. Krutzinna
titel
01 Sunrise | 02 You Said | 03 Something More | 04 A Little Time | 05 Thrill | 06 Like A Seesaw | 07 Hello Hello | 08 You Make It Look Easy | 09 Lies All Over Your Eyes | 10 Let It Go | 11 2 Possible Words | 12 Nasty Side | 13 Oh My God | 14 The Rain | 15 Talk To The Moon
Release: 16.11.07 bei Weekender Records
|http://www.weekenderrecords.de/|
Künstler-Homepage: http://www.chikinki.co.uk
cover
Bewertung:
4/5